Analysten loben Chemiekonzern für geplantes Rückkaufprogramm – Unsicherheit über Branchenkonjunktur
BASF treibt den eigenen Aktienkurs hoch

Der Chemiekonzern BASF stützt den Kurs der eigenen Aktien. Am Dienstag überraschte das Unternehmen die Märkte mit der Ankündigung, weitere Aktien im Wert von 1,5 Mrd. Euro zurückkaufen zu wollen. Prompt zog der Kurs der BASF-Anteile an, nachdem er im Sog der europäischen Standardwerte zuletzt deutlich verloren hatte.

DÜSSELDORF. Unter den deutschen Industrieunternehmen ist der pfälzische Chemieriese der eifrigste Käufer eigener Aktien. Seit Anfang 1999 kaufte BASF mehr als 100 Mill. eigene Papiere für rund 4,2 Mrd. Euro auf. Zur Hauptversammlung am kommenden Donnerstag will Vorstandschef Jürgen Hambrecht den Aktionären den Plan für den erneuten Rückkauf zur Abstimmung vorlegen. Die Analysten werten dies als positives Signal, denn durch die Rückkäufe verringert sich das Grundkapital des Unternehmens und das Ergebnis pro Aktie steigt.

Auch die jüngsten Unternehmensnachrichten aus der Konzernzentrale in Ludwigshafen kommen an den Märkten gut an. Zur Hauptversammlung legt der Konzern seine Ergebnisse des ersten Quartals vor – Experten rechnen mit einem zweistelligen Zuwachs bei Umsatz und Gewinn. Deswegen empfehlen etliche Analysten den fundamental gesunden Wert zum Kauf.

Für Skepsis sorgt unter den Experten einzig die Unsicherheit über den Zustand der Chemiebranche. Die Analysten von Merrill Lynch hatten die Aktien von BASF auf „neutral“ heruntergestuft, weil sie eine nachlassende Nachfrage für Chemieprodukte fürchten. Die voraussichtlich guten Ergebnisse für das erste Quartal 2005 könnten den vorläufigen Höhepunkt der Ertragskurve von BASF darstellen, heißt es bei Merrill. Im zweiten Halbjahr könnte die Nachfrage aus China und den USA signifikant nachlassen. Ähnlich äußern sich die Analysten von Lehman Brothers. Da sich die Aussichten für die Chemiebranche verschlechtern, sei es an der Zeit, von zyklischen Werten wie BASF oder Degussa in defensivere Titel wie Bayer und Air Liquide zu wechseln.

„Die allgemeine Konjunktursorge wird direkt auf eine frühzyklische Aktie wie die BASF projiziert“, erklärt Silke Stegemann von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Dabei gebe es aus den Fundamentaldaten keine Rechtfertigung für die hohen Abschläge. Das Chemiegeschäft floriere und die Ergebnisse aus den Sparten Öl und Gas seien positiv. Stegemanns Kursziel für BASF-Titel liegt mit 62 Euro rund zehn Euro über dem aktuellen Wert. „Sollte es wirklich zu einer Nachfrageschwächung kommen, wovon ich allerdings im Moment noch nicht ausgehe, dann müsste man das Szenario überdenken“, fügt die Analystin jedoch hinzu.

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