Analysten loben die Strategie
Kurs der Deutschen Börse spiegelt Potenzial nicht wider

Fast monatlich meldet die Deutsche Börse Rekordergebnisse – zum Beispiel vergangene Woche von ihrer Abwicklungsorganisation Clearstream. Doch der Aktienkurs reagiert nicht. Er leidet unter dem bisher enttäuschenden Einstieg der Eurex-Terminbörse in den USA.

FRANKFURT/M. Die meisten Kreditinstitute halten einen Kurs von aktuell 44 Euro aber für zu niedrig. Die Aktie der Deutschen Börse habe erhebliches Wachstumspotenzial. Die Großbank Credit Suisse First Boston (CSFB) hat erstmals in einer Studie die Deutsche Börse mit ihren europäischen Rivalen in Großbritannien (London Stock Exchange) und den Niederlanden (Euronext) verglichen. Die besten Noten bekommt das Frankfurter Unternehmen: Die Börse hat ihre Konzernstruktur breiter gestreut als die Konkurrenz.

Vom Back-office bis zum Front-office bietet die Deutsche Börse sämtliche Dienstleistungen an. „So gut wie die Deutsche Börse mit ihren drei Standbeinen ist kein Konkurrent positioniert“, sagt Manfred Jakob, Analyst bei SEB. Egal ob im elektronischen Handel mit Xetra, der Abwicklung von Wertpapier-Transaktionen mit Clearstream oder dem Termingeschäft mit Eurex – in allen Segmenten verzeichnete die Deutsche Börse im ersten Quartal Umsatzzuwächse. Dabei konzentriert sich das Unternehmen auf den Derivatemarkt, den nach wie vor größten Wachstumstreiber im Wertpapierhandel. An der Eurex-Terminbörse ist das Frankfurter Unternehmen zu 80 Prozent beteiligt. 20 Prozent sind im Besitz der Schweizer Börse. Diese Strategie, die CSFB durchaus befürwortet, hat sich im vergangenen Geschäftsjahr deutlich auf die Bilanz ausgewirkt: Mit 228 Mill. Euro steuerte die Eurex rund die Hälfte des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern bei.

Das Urteil von CSFB: Die Analysten raten zum Kauf und nennen 60 Euro als Kursziel. Die Bankgesellschaft Berlin traut der Deutschen Börse in den nächsten zwölf Monaten einen Kurs von 57 Euro zu. Die aktuelle Diskussion um eine Änderung der Preisstruktur sehen die Analysten gelassen. Auswirkungen auf das Ergebnis schließen sie aus: „Als Marktführer hat die Deutsche Börse eine Preissenkung nicht nötig“, vermutet Alexander Plenk von der Bankgesellschaft. Er rechnet aber mit einer Vereinfachung der Gebührenabrechnung.

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