Analysten loben Elektronikkette für ihren vorbildlichen Verbraucherservice – Kaufempfehlungen überwiegen
Best Buy erfreut Kunden und Anleger

Von einer gut laufenden Aktie kann man nie genug haben – nach diesem Motto vergrößerte der US-Elektronikhändler Best Buy Anfang August per 3:2-Split die Menge der umlaufenden Aktien. Der Beliebtheit bei den Anlegern scheint der Schritt nicht zu schaden:

HOUSTON. Seit Wochen kreist die Best-Buy-Aktie um ihr Rekordhoch von rund 53 Dollar (knapp 80 Dollar vor dem Split). „Der Preis ist hoch, aber das Potenzial des Papiers ist noch höher“, sagt Gary Balter von Credit Suisse First Boston (CSFB). Er hob deshalb vor Kurzem sein Kursziel um weitere 25 Prozent auf nunmehr rund 67 Dollar an.

Die Analysten rechnen damit, dass insbesondere die wachsende Leidenschaft der Amerikaner für digitale Fernsehgeräte den Kurs von Best Buy antreiben wird. „Das Geschäft mit der Unterhaltungselektronik bleibt heiß umkämpft, aber viele Kunden wechseln von ihren alten analogen Fernsehern hin zu digitalen Geräten, und das sollte dem Wachstum auf die Sprünge helfen“, sagt Stephen Chick von JP Morgan.

Im laufenden Quartal dürfte vor allem die Nachfrage nach MP-3-Playern und – bedingt durch den ungewöhnlich heißen Sommer in weiten Teilen der USA – Klimaanlagen zu den Verkaufsschlagern gehören, schätzt Analyst Alan Rifkin von Lehman Brothers. Marktstudien zufolge gehört Best Buy zu den fünf wichtigsten Elektrohändlern auf dem US-Markt und sollte damit von diesem Trend überdurchschnittlich profitieren.

Ein großer Pluspunkt des Unternehmens ist seine Nähe zu den Verbrauchern. Best Buy investiere zunehmend in Serviceleistungen und Kundenfreundlichkeit, loben die Experten. „Gerade jetzt, wo die Verkaufszahlen für Digital-Fernseher in Schwung kommen, schafft das Unternehmen so neue Kundenanreize“, sagt Mark Rowen von der Prudential Equity Group. Da sich viele Käufer mit der neuen Technik noch nicht so gut auskennen, sollten Händler mit umfangreichem Beratungsangebot einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz haben.

Gary Balter rechnet damit, dass sich diese Kundenfreundlichkeit sogar in großem Umfang in den Margen niederschlagen wird. Die so genannte „Computerfreak-Kolonne“ (The Geek Squad) des Unternehmens, die auch Hausbesuche macht und sämtliche Geräte fachgerecht anschließt, könnte „ein weiterer zugkräftiger Motor für Best Buy werden“, schätzt der CSFB-Analyst. „Bis 2008 könnte die ‚Kolonne’ mehr als einen Dollar zum Gewinn pro Aktie beisteuern, und diese Einnahmen sind noch nicht in unsere bisherigen Schätzungen eingerechnet.“

Einen kleinen Rückschlag erlitt das Unternehmen aus Minnesota Ende Juli. Nach zahlreichen Kundenbeschwerden ließ die Geschäftsleitung einen Bestseller unter den Videospielen aus den Regalen entfernen. Bei der Originalversion von „Grand Theft Auto: San Andreas“ konnten auch Kinder und Jugendliche mithilfe eines im Internet erhältlichen Zusatzprogramms den Zugang zu eindeutigen Sexszenen freischalten. Der Softwarehersteller Rockstar Games arbeite inzwischen an einer jugendfreien Version, erklärte ein Sprecher. Viele andere Elektronikläden verkaufen das Spiel inzwischen ebenfalls nicht mehr, so dass Experten nicht mit besonderen Umsatzausfällen für Best Buy rechnen.

So bleibt das Votum der Analysten für die Best-Buy-Aktie unter dem Strich äußerst positiv: Die große Mehrheit der Banken empfiehlt die Aktie zum Kauf. 17 von 27 Analysten vergeben die Bestnote für Best Buy, darunter auch Mark Rowen: „Das Aufwärtspotenzial gleicht die möglichen Risikofaktoren mehr als aus“, ist der Analyst von Prudential Group überzeugt.

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