Analysten mögen den Sportartikelhersteller
Puma lockt mit Dividende

Verstecken muss sich der Sportartikelhersteller Puma hinter seinem Erzrivalen Adidas schon lange nicht mehr – zumindest nicht an der Börse. Während die Aktie von Adidas nach den jüngsten Kurseinbrüchen wieder um den Wert von vor einem Jahr vor sich hindümpelt, liegt das Papier von Puma deutlich über 30 Prozent im Plus. Und daran dürfte sich so schnell auch nichts ändern, sagen Experten.

DÜSSELDORF. Denn während Adidas mit der milliardenschweren Übernahme des ehemaligen US-Konkurrenten Reebok kämpft, wächst Puma kontinuierlich weiter. „Insgesamt ist das Unternehmen auf dem richtigen Weg“, sagt beispielsweise Clemens Müller, Analyst bei der BHF Bank in Frankfurt. Das zeigt sich auch an den Zahlen. So kletterte der Umsatz im dritten Quartal um rund 30 Prozent auf fast 700 Mill. Euro. Der Gewinn ging zwar leicht zurück, jedoch vor allem, weil viel Geld ins Marketing und in neue Läden floss. Die vorgelegten Zahlen hätten insgesamt über den Erwartungen gelegen, schreiben daher auch die Analysten von Equinet, die das Papier erst vor wenigen Tagen auf „kaufen“ hochgestuft haben.

Besonders positiv bewerten die meisten Finanzstrategen, dass Puma vor allem in Asien sein Geschäft neu ordnet. „Puma hat damit angefangen, verstärkt selbst die eigenen Produkte zu verkaufen“, sagt Müller. Dadurch werde die Zahl der Lizenzpartner verringert, die eigene Marke könnte einheitlicher auftreten, und schließlich sollten dann auch die Margen steigen.

Und auch an dem einzigen größeren Schwachpunkt der Aktie will das Management in Zukunft arbeiten. Noch vor einigen Jahren hatte Puma-Chef Jochen Zeitz eine Erhöhung der Dividende stets mit dem Verweis auf den steigenden Aktienkurs abgelehnt. Erst vor kurzem hat Puma die Dividende jedoch auf zwei Euro verdoppelt und will jetzt noch weiter drauflegen. Langfristig wolle der Konzern 25 Prozent der Gewinne an die Anteilseigner auszahlen, teilte Zeitz bei der Vorlage der Quartalsergebnisse mit. Momentan sind es elf Prozent. Bereits für das laufende Geschäftsjahr erwartet Uwe Weinreich, Analyst bei der Hypo-Vereinsbank, eine Ausschüttung von 2,50 Euro je Papier.

Die Dividendenrendite liegt damit zwar noch immer unter dem Durchschnitt im Nebenwerteindex MDax. Wirklich entscheidend sei das aber ohnehin nicht, sagt BHF-Analyst Müller. Wichtiger bleibe, dass das Management es endgültig schaffe, Puma als globale Marke auf allen Kontinenten zu etablieren. Gewichtige Zweifel daran gibt es jedoch kaum. Auch das Management hat erst vor wenigen Tagen bei der Vorlage der Zahlen des dritten Quartals die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr bestätigt.

Die meisten Analysten sehen daher momentan keinen Grund, der gegen weitere Kursgewinne spricht. Immerhin empfehlen laut Nachrichtenagentur Bloomberg 21 der befragten Experten das Papier zum Kauf, sechs stufen die Aktie immerhin noch mit „halten“ ein, nur zwei Aktienstrategen raten gänzlich von dem Titel ab.

Denn auch wenn Puma noch ein paar Quartale braucht, bis sich die Bemühungen endgültig auszahlen, ist das Risiko zumindest mittelfristig begrenzt. Immerhin hält HVB-Analyst Weinreich den Anteilsschein bei einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 13 für gut 25 Prozent unterbewertet.

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