Analysten monieren Gewinneinbußen – Mobilfunktochter kämpft gegen Marktsättigung an
Telefónica verliert seinen Glanz

Zudem ist zu beobachten, dass viele Spanier, die bisher oft mehrere Handys für den privaten und beruflichen Gebrauch besessen hatten, inzwischen ihre Verträge kündigen. Das ist auch ein Grund, warum Ibersecurities Telefónica zwar zum Kauf empfiehlt, Werte wie Portugal Telecom oder Telecom Italia aber vorzieht, da in diesen Märkten noch Wachstum und Kurssteigerungen möglich seien. Für Telefónica hat Chapman für die kommenden zwölf Monaten ein Kursziel von rund 13 Euro gesetzt. Etwas optimistischer sind seine Aussichten für Telefónica Móviles; der Titel notiert derzeit leicht über acht Euro: „Mein Kursziel für die kommenden zwölf Monate liegt bei 9,50 Euro.“

Goldman Sachs schraubte seine Gewinn-Prognose (Ebitda) für Telefónica zurück. Die Analysten senkten ihren Vorhersagewert um 2,6 Prozent auf 13,17 Milliarden Euro. Grund: Es werden weniger Einnahmen aus dem Mobilfunk- sowie aus dem Festnetzgeschäft in Lateinamerika erwartet. Credit Suisse First Boston (CSFB) stufte die Aktie auf „underperform“ (unterdurchschnittlich) herunter, da der Gewinnbringer Telefónica Móviles in Spanien zunehmend Konkurrenz von Vodafone und dem spanischen Anbieter Amena bekomme. Zudem rechnen die Analysten damit, dass das Joint Venture mit Portugal Telecom in dem wichtigen Markt Brasilien noch lange brauchen wird, um wirklich rentabel zu werden.

Was spanische Privatanleger zunehmend abschreckt, ist die Tatsache, dass das Unternehmen sechs Jahre nach der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes immer noch monopolistisch auftritt. Vor wenigen Wochen hat die nationale Wettbewerbsbehörde daraus Konsequenzen gezogen und dem Unternehmen eine Strafe von 57 Millionen Euro aufgebrummt. Begründung: Telefónica versuche im Festnetzgeschäft, die Kunden mit illegalen Praktiken vom Wechsel zu einem anderen Anbieter abzuhalten. Auch deutsche Telefondienstleister wie Telegate hatten sich darüber mehrfach beschwert. Peru will Telefónica wegen unlauteren Wettbewerbs so-gar die Verlängerung der Lizenz verweigern, worauf das spanischen Unternehmen angekündigt hat, die Investitionen dort um 60 Prozent zu reduzieren.

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