Analysten raten zum Einstieg
Dax-Ausblick: Steigende Kurse erwartet

Schlechte US-Arbeitsmarktdaten und neue Rekordstände beim Ölpreis belasten die Börsen. Dennoch erwarten Analysten in der kommenden Woche steigende Kurse. Aktienstrategen empfehlen, jetzt neue Depot-Positionen aufzubauen. Wichtiger als Konjunkturdaten sind in der kommenden Woche zahlreiche Quartalsberichte.

HB DÜSSELDORF. Technische Analysten sprechen von einem gesicherten Aufwärtstrend im Dax. Allerdings dürfe das Börsenbarometer nicht mehr unter 3 950 Punkte fallen. Dort liege der untere Rand des steigenden Trendkanals. Die Experten der Commerzbank erwarten, dass die aktuell gute Stimmung an den Börsen anhält. Die Wertpapier-Strategen der DZ Bank prognostizieren, dass nach einer kurzen Konsolidierungsphase die Kurse weiter anziehen werden, weil dem Dax die Festigung des Kursniveaus über 4 000 Punkten gelungen zu sein scheine. Sie erwarten einen Anstieg des Dax auf 4 400 Punkte in sechs Monaten und beim Stoxx 50 auf 2 900 Zähler.

Die beginnende Berichtssaison werde Konjunkturdaten wieder in den Hintergrund drücken, sagte ein Analyst. Die enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten sollten daher nicht überbewertet werden. Auch die laufenden Rekordpreise beim Öl könnten als Angstthema langsam ausgedient haben. Technische Analysten rechnen noch mit einem Anstieg des Ölpreises bis auf 57 Dollar. Sie weisen jedoch darauf hin, dass der Markt schon jetzt damit rechne. Steigende Rohstoffpreise als Argument gegen den Aktienkauf zu benutzen, sei ohnehin nicht gut: Jede gesunde Konjunkturerholung sei von steigenden Rohstoffpreisen gekennzeichnet. Der Gewinn der Aktionäre hänge an der Wertschöpfung im Unternehmen und nicht primär im billigen Einkauf von Rohmaterial.

Für den Einstieg in den Aktienmarkt spreche neben der günstigen Bewertung, dass noch wenige Anleger dabei seien. Viele Anleger seien noch in den vermeintlich sicheren Anlagen wie Geldmarkt, Renten und Immobilien investiert. Jedoch erhöhe sich hier der Druck zum Ausstieg: Der Geldmarkt-Zins sei unattraktiv, Renten in Zeiten steigender Zinsen eine schlechte Wahl. Und bei Immobilienfonds habe der Frankfurter Bestechungsskandal die Stimmung verdorben.

Absatzrekord könnte die BMW-Aktie beflügeln

Die gestiegenen Absatzzahlen von BMW könnten sich positiv auf die Aktie des Münchner Automobilkonzerns auswirken. Zu dieser Einschätzung kommen die Experten der Société Générale in einer aktuellen Studie. "Nachdem die Verkaufszahlen die Erwartungen übertroffen haben, rechnen wir mit einer Erholung des Aktienkurses", sagte Analyst Philippe Barrier. Der BMW-Konzern hatte seinen Absatz im September um 15,1 Prozent zum Vormonat auf 118 200 Fahrzeuge gesteigert.

Die Commerzbank empfiehlt Privatanlegern, vor allem ihre Positionen im deutschen und europäischen Versicherungs- und Telekommunikationsunternehmen auszubauen. Anlagefavorit bleibe die Aktie der Deutsche Telekom. Das Papier hat sich in den vergangenen drei Monaten mit plus 7,55 Prozent erholt.

Der Bank Pictet zufolge sollten die gegenwärtig aufkommenden Bedenken, die Erträge im Pharmabereich seien nicht nachhaltig, zum Aufstocken von Positionen genutzt werden. Die Bank empfiehlt Novartis, GlaxoSmithKline und Serono, bei deren Aktien sich die Bewertungen auf historischen Tiefständen befänden.

Uneinigkeit besteht bei den Analysten über die Bewertung der Yahoo-Aktie. So hatten die Experten von Jeffries die Anlageempfehlung jüngst von „Buy“ auf „Hold“ gesenkt und dies mit dem Erreichen des fairen Wertes bei 35 Dollar begründet. Das Papier hat sich in den vergangenen vier Monaten um 30 % verteuert. In den kommenden Monaten werde sich der Kurs mit stärkeren Schwankungen präsentieren. Interessierte sollten erst bei gefallenen Kursen wieder einsteigen. Die Analysten von RBC Capital Markets stufen unterdessen Yahoo! mit „Outperform“ ein. Yahoo legt am kommenden Dienstag nach Börsenschluss seine Geschäftsergebnisse für das abgelaufene dritte Quartal vor.

Berichtssaison läuft an

In der kommenden Börsenwoche werden am Montag an der Wall Street zwar Aktien gehandelt, die US-Bondmärkte bleiben aber wegen des Columbus Day geschlossen. Am Tag des Sports bleiben in Japan Börsen, Banken und Behörden geschlossen. Anschließend läuft die Berichtssaison weiter an:

Am Dienstag läutet Philips die Berichtssaison in Europa ein. Das ZEW in Wiesbaden veröffentlicht die Konjunkturerwartungen für Oktober und in New York legen neben Yahoo auch Intel und Johnson & Johnson Zahlen vor.

Mittwoch melden Apple, Micronas Semiconductor und AMD Ergebnisse. Donnerstag kommen Quartalszahlen von Nokia, Sun Microsystems, Roche, General Motors, JP Morgan Chase, Fraport und Danone.

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