Analysten reagieren überwiegend positiv
Kursfeuerwerk bei Metro-Aktie nach Führungswechsel

Metro-Aktien sind am Donnerstagvormittag auf neue Jahreshöchststände gestiegen. Mit einem Plus von 8,5 Prozent auf 68,14 Euro führten die Titel des Einzelhandelskonzerns am Donnerstagvormittag die Gewinnerliste im Dax an. Marktteilnehmer sprachen von einer Neubewertung der Aktie mit dem Führungswechsel von Hans-Joachim Körber zu Eckard Cordes.

DÜSSELDORF. Spekuliert wird nun über eine Konzernumstrukturierung mit Börsengängen der Elektronikmärkte bis hin zu einem Verschmelzen der Kaufhof-Galeria-Warenhäuser mit denen von Karstadt. Daneben verglichen Händler Metro-Aktien mit VW-Titeln: Sie sehen es positiv, dass die Zügel nicht Kapitalgesellschaften in der Hand haben, sondern Familienaktionäre, die an langfristiger Wertsteigerung und strategischer Ausrichtung interessiert seien.

Analysten äußerten sich positiv. Die Commerzbank hob die Aktie von "Halten" auf "Kauf" an. Bei der UBS hieß es, der Führungswechsel könnte die Umstrukturierung beschleunigen. Die Analysten von Oddo blieben bei ihrer Empfehlung „Strong Buy“ mit einem Kursziel von 74 Euro. Das Bankhaus Metzler bewertete den Management-Wechsel laut Händlern als „sehr positiv“, das Kursziel von bisher 61 Euro werde überprüft, hieß es. Unicredit hat seine Kaufempehlung bestätigt

M.M. Warburg bekräftigte die Aktien von Metro mit "Hold" und einem Kursziel von 59 Euro. Die neue Spitze des Einzelhandelskonzerns werde voraussichtlich die Kaufhof-Kaufhäuser verkaufen, hieß es in einer Studie vom Donnerstag. Die Trennung von der angeschlagenen Supermarkt-Kette real sei frühestens nach einer Sanierung zu erwarten.

Auch Dresdner Kleinwort bestätigte die Einschätzung zur Metro-Aktie mit "Hold". An Spekulationen über die Stratgie des zukünftigen Vorstands Eckhard Cordes werde kein Mangel herrschen, schrieb Analyst James Grzinic. Meßbares Potenzial sah der Experte allerdings nicht. Das Kursziel blieb bei 63 Euro.

Spekuliert wurde am Markt auch über die Rolle, die die US-Investmentbank Goldman Sachs für den Konzern spielt. Co-Chairman Alexander Dibelius werden gute Beziehungen zum neuen Metro-Chef Eckard Cordes nachgesagt, nicht nur geschäftliche, sondern auch private. Dibelius gilt aber auch als Vertrauter von Arcandor-Chef Thomas Middelhoff. Goldman Sachs hat die Chrysler-Übernahme durch Daimler mit eingefädelt, aber auch die Umstrukturierung bei Arcandor, so den Verkauf der Immobilien.

Ein Mandat für eine weitgehende Umstrukturierung des stationären Einzelhandels Unternehmen für Goldman Sachs sollte somit nicht überraschen, hieß es aus dem Aktienhandel. Die große Frage ist allerdings, ob die Kartellbehörden eine solche Fusion bewilligen würden.

Ein Ausweg könnte eine Fusion der Karstadt-Warenhäuser mit einem ausländischen Konzern sein, in einem zweiten Schritt könnte diese Gesellschaft dann Kaufhof-Galeria kaufen, hießt es am Markt.

Der starke Kursanstieg am Donnerstag erkläre sich allerdings auch daraus, dass viele Marktteilnehmer von der Entwicklung auf dem falschen Fuß erwischt worden seien. Am Mittwochmorgen hatte die Börse mitgeteilt, dass Metro wegen der Umstrukturierung der Familienpakete einer der großen Verlierer der Neuverkettung am Freitagabend sein werde. Metro verlieren etwa ein Drittel ihres Gewichts im Dax. Daraufhin seien Short-Positionen aufgebaut worden, hieß es am Markt. Diese seien nun geschlossen worden.

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