Analysten rechnen jedoch langfristig nicht mehr mit stark steigenden Kursen des Modemachers
Auftragslage für die kalte Saison könnte Boss-Aktien beflügeln

Hugo Boss hat endlich Erfolg bei Frauen. Nach einem missglückten Start der Kollektion „Boss Woman“ erreichte die Damensparte des Metzinger Modekonzerns in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2003 erstmals die Gewinnschwelle. Trotzdem leidet der hochpreisige Couturier vor allem in Deutschland weiterhin unter der Schnäppchenmentalität der Konsumenten.

DÜSSELDORF. Mit dem Einstieg in den wachstumsstarken chinesischen Markt will Boss die flaue Nachfrage im Inland kompensieren. Doch Analysten sind skeptisch: So lange der Inlandsmarkt schwächele, könnten höhere Umsätze in China nicht viel kitten, meint etwa Nils Lesser, Finanzexperte bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Gespannt warten Branchenkenner nun auf den Donnerstag. Dann will das Unternehmen nicht nur die endgültigen Bilanzzahlen bekannt geben, sondern auch einen Blick in seine aktuellen Auftragsbücher gewähren.

Die Analysten sind optimistisch, dass Händler für den kommenden Herbst und Winter wieder großzügiger eingekauft haben. Schon auf der Düsseldorfer Modemesse CPD habe sich gezeigt, dass viele „ihre Orderlimits nicht weiter gekürzt haben“, berichtet Jörg-Philipp Frey, Analyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim. „Allzu große Erwartungen an die Auftragszahlen hat aber keiner“, sagt Daniela Dörr, Analystin beim Bankhaus Metzler.

Sollten die Auftragszahlen für die neue Saison im Vergleich zum Vorjahr tatsächlich um ein bis drei Prozent angestiegen sein – wie viele Finanzexperten erwarten – könnte dies erneut den Aktienkurs beflügeln. Bereits in den vergangenen zwölf Monaten hatte sich die Vorzugsaktie von rund 11 Euro auf zeitweise mehr als 20 Euro verteuert.

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