Analysten rechnen mit einem steigendem Aktienkurs
Der Riese General Electric berappelt sich

Das US-Traditionsunternehmen General Electric (GE) leidet immer noch unter sinkenden Profiten. Dennoch hagelt es von den Beobachtern des Unternehmens mit dem weltgrößten Börsenwert Kaufempfehlungen.

NEW YORK. Der 1878 gegründete Mischkonzern wird am Freitag nach Analysten-Prognosen einen geringeren Quartalsgewinn präsentieren als vor einem Jahr. Dennoch hagelt es von den Beobachtern des Unternehmens mit dem weltgrößten Börsenwert Kaufempfehlungen. Denn die Wall Street sieht GE auf dem aufsteigenden Ast. Das dritte Quartal sei „das letzte mit sinkendem Profit in diesem Konjunkturzyklus“, sagt Analyst Jeffrey Sprague von der Citigroup. Die meisten Sparten versprächen höhere Gewinne im vierten Quartal und im Jahr 2005. Insgesamt könne der Überschuss im kommenden Jahr um elf Prozent steigen, schätzt die Citigroup.

Für das dritte Quartal 2004 hat GE einen Überschuss von 37 bis 40 US-Cents pro Aktie prognostiziert, nach 40 Cents im Vorjahresquartal. Die Analysten erwarten im Schnitt 39 Cent Gewinn. Mehrere Banken haben aber ihre Prognosen leicht heruntergeschraubt: Die Hurrikans im Südosten der USA kosteten GEs Versicherungssparte rund 200 Mill. Dollar, schätzt Analyst David Bleustein von UBS. Damit würde der Gewinn pro Aktie um zwei Cents schrumpfen. Nun rechnen sowohl UBS als auch Citigroup nur noch mit einem Überschuss von 38 Cents je Aktie.

Der Aktienkurs des Konzerns aus Atlanta hat sich immer noch nicht ganz von seinem Absturz nach der Jahrtausendwende erholt. Im Herbst 2000 kostete das Papier mehr als 60 Dollar – Ende 2002 war es nur noch gut 20 Dollar wert. Seither ging es langsam wieder bergauf. Der Schlusskurs vom Dienstag beträgt 34,05 Dollar. „GE war heillos überbewertet“, sagt Marsh Douthat, Chef der Beratungsfirma Financial- Market Management. Die Blase platzte, die schwache Konjunktur, Verluste im Energiegeschäft und die Luftfahrtkrise zogen den Kurs nach unten. „Jetzt scheinen alle diese Faktoren deutlich freundlicher auszusehen“, sagt Stephen O'Neil, Analyst beim Investmentberater Hilliard Lyons.

Als Wachstumstreiber für GE sehen die Beobachter unter anderem die Mediensparte mit dem Fernsehsender NBC, Kunststoffe und das Geschäft mit Wasserversorgung und Sicherheit, aber auch die Wartung von GE-Großanlagen. Eine Erholung zeichnet sich auch bei der Energiegewinnung und dem Transportbereich (Flugzeugmotoren, Loks) ab. Immer wichtiger wird die Finanzsparte für General Electric. Zu dem Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 130 Mrd. Dollar gehören auch Versicherungen, Krankenkassen und Finanzdienstleister. Die Hälfte des GE-Gewinns komme bereits aus dem Finanzsektor, sagt Douthat.

Wie sehr der positive Ausblick den Aktienkurs in die Höhe treiben wird, ist unter Analysten aber umstritten. Bis Ende 2006 könnte ein GE-Anteil 45 Dollar wert sein, glaubt das Investmenthaus Langenberg. UBS setzt das Zwölf- Monats- Preisziel bei 39 Dollar pro Aktie an, Citigroup und Hilliard Lyons bei 38 Dollar. Dagegen erwarten Lehman Brothers und die Deutsche Bank nur einen geringen Anstieg auf 35 Dollar. „Die guten Aussichten für 2005 sind schon im Kurs einkalkuliert“, sagt Analyst Lawrence Horan vom Wertpapierhaus ParkerHunter.

Zumal es auch Risiken für die GE-Finanzen gibt. Der Preis für den Rohstoff Benzol lag im September rund 150 Prozent über dem Vorjahresniveau – damit schrumpfen die Gewinnmargen in der Kunststoffproduktion. Steigende Zinssätze für Kredite mit kurzen Laufzeiten beeinträchtigen nach Angaben von UBS das Finanzgeschäft von GE.

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