Analysten rechnen mit ruhiger Osterwoche
Dax-Ausblick: Kurse tendieren seitwärts

Deutliche Kursgewinne des Deutschen Aktienindex (Dax) werden nach Einschätzung von Börsianern auch in der kommenden Woche auf sich warten lassen. Aktienhändler rechnen mit einer weiteren Seitwärtsbewegung.

HB DÜSSELDORF. Impulsgebende Unternehmensnachrichten würden rund um Ostern nicht umgesetzt, heißt es. Der Grund: Viele Entscheidungsträger bei Fonds und anderen Kapitalanlegern seien im Urlaub. Die Zurückgebliebenen seien zu größeren Portfolio-Umschichtungen nicht befugt. Von Dollar und Öl sind rund um die Feiertage ebenfalls kaum Impulse zu erwarten. Zum einen wird auch hier mit reduzierter Besetzung gehandelt, zum anderen hat deren Bedeutung als Börsenthema nachgelassen. Wohl und Wehe der Aktienmärkte hingen vor allem vom monatlichen US-Arbeitsmarktbericht am kommenden Freitag ab, prognostizieren die Aktienexperten.

„Ich bin weiterhin etwas skeptisch, was die Entwicklung der Börsen angeht“, sagt Markus Reinwand, Marktstratege bei der Helaba. „Die Aktienmärkte stecken in einer Zwickmühle: Sind die Konjunkturdaten robust, kommt gleich die Angst vor US-Zinserhöhungen auf. Wenn andererseits das Wachstum an Dynamik verliert, könnte es auf der Gewinnseite wieder Probleme geben.“ Auch Steffen Neumann von der Landesbank Rheinland-Pfalz geht für die kommende Woche nicht von deutlichen Bewegungen nach oben oder unten aus. „Wir werden weder die 4400 noch die 4200 Punkte im Dax sehen, so dass man wohl am ehesten von einer Seitwärtsbewegung sprechen kann“, sagt er. Schon in dieser Woche hat sich der Dax unterm Strich kaum bewegt.

Optimismus auf längere Sicht

Vielen technischen Analysten ist keine einstimmige Meinung zur kommenden Woche zu entlocken. Der gebrochene Aufwärtstrend im Dax vom August 2004 verheiße Schlechtes, heißt es von der einen Seite. Die andere weist auf die stabile Seitwärtsbewegung des Index zwischen rund 4.300 und 4.430 Punkten hin. Dies sei eine Konsolidierung, die einem kräftigen Anstieg ab April vorgeschaltet sei.

Auf längere Sicht sind die meisten Experten allerdings weiterhin optimistisch gestimmt. Frank Schallenberger, Aktienstratege bei der Landesbank Baden-Württemberg, rechnet zwar auch nicht mit deutlichen Kursgewinnen in nächster Zeit. „Per saldo sind die Aktienmarktperspektiven trotz der Belastungsfaktoren in der Summe aber weiterhin günstig, auch wenn bis zum nächsten Aufwärtsschub möglicherweise noch einige Zeit verstreichen wird“, prognostiziert er. Auch die Experten der DZ Bank rechnen in einem Marktkommentar auf längere Sicht mit steigenden Aktienmärkten. Sie gehen davon aus, dass ein Großteil der Risiken, wie der hohe Ölpreis und die Dollar-Schwäche, bereits in den Kursen enthalten sein dürften. „Insbesondere das Rückschlagspotenzial ist nach unserer Einschätzung begrenzt.“

Auf Grund des Ostermontags bleiben in den meisten europäischen Ländern die Börsen am Montag geschlossen. In den USA wird dagegen an diesem Tag gehandelt.

Sorge vor neuen US-Zinsschritten

Gespannt warten Börsianer vor allem auf den am kommenden Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht für März. Von der Agentur Reuters befragte Analysten rechnen mit einem Stellenzuwachs von 223.000 nach einem Plus von 262.000 im Vormonat. Am Freitag dürfte zudem der Einkaufsmanagerindex für März im Blickpunkt der Märkte stehen. „Die Arbeitsmarktdaten dürften entscheidend sein, gerade vor dem Hintergrund der Zinsängste“, sagt Marktanalyst Reinwand. In dieser Woche hatte die US-Notenbank Fed mit ihrem Hinweis auf gestiegenen Inflationsdruck an den Märkten die Angst vor aggressiveren Zinsschritten in den USA geschürt. Die EZB werde dem nicht lange tatenlos zusehen können, heißt es.

Was das „Aus“ für die bequeme Anlage in Renten bedeutet, kann mittelfristig aber der Stoff für steigende Aktienkurse sein. Letzlich seien steigende Zinsen am langen Ende nichts anderes als ein Zeichen für eine gesunde Konjunktur, heißt es dazu von Analysten. Die Diskussion über “Erhöhungen“ verdecke die Tatsache, dass deren Ausgangsniveau historisch niedrig sei. Wirklich gefährlich wäre erst eine inverse Zinsstruktur: Sie zeige den Verzicht auf langfristige Investionen aufgrund düsterer Konjunkturerwartungen. Der lange Zinssatz würde dann unter den kurzfristigen gedrückt.

Weitere wichtige Konjunkturdaten werden am Donnerstag die EU-Inflation und der Chicago-Einkaufsmanager-Index sein, am Freitag folgen neben dem US-Arbeitsmarktbericht für März auch der ISM-Index. Die Berichtssaison in Deutschland neigt sich ihrem Ende zu. In der kommenden Woche lädt aus dem Dax der Autozulieferer Continental am Donnerstag zur Bilanz-Pressekonferenz. Unternehmensdaten gibt es vor allem für den MDax: Am Dienstag von Hannover Rück, am Mittwoch von Beiersdorf, Stada, Puma und Boss. Am Donnerstag berichtet auch Salzgitter.

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