Analysten rechnen mit weiteren Kurssprüngen
Fedex verwöhnt die Anleger

Fedex, das weltweit drittgrößte Logistikunternehmen, liefert seinen Anlegern zurzeit eine gute Nachricht nach der anderen frei Haus: Zuerst meldete das US-Unternehmen ein Quartals-Gewinnplus von 33 Prozent, dann ein Rekordhoch beim Aktienpreis und den verkehrsreichsten Tag der Firmengeschichte.

HB HOUSTON. Fast 40 Prozent hat die Aktie seit Mitte September an Wert zugelegt und kostet aktuell etwa 102 Dollar. Analysten rechnen mit weiteren Kurssprüngen: „In zwölf Monaten wird Fedex bei 126 Dollar liegen“, erwartet Rick Paterson vom Bankhaus UBS. James Valentine von Morgan Stanley erhöhte sein Kursziel für Fedex ebenfalls um zehn Prozent. Er schätzt, dass Fedex in diesem Jahr bis zu 275 Mill. Dollar für Aktienrückkäufe ausgeben wird, während sein Kollege Paterson einen Aktiensplit in näherer Zukunft für wahrscheinlich hält.

Auf dem lukrativen heimischen Markt behauptet sich das Unternehmen aus Memphis erfolgreich. Die Deutsche-Post-Tochter DHL hatte im September mit technischen Problemen im Knotenpunkt Ohio zu kämpfen, die die Lieferzeiten deutlich verschlechterten. Prompt wanderten die Kunden in Scharen zu Fedex und dessen Rivalen United Parcel Service (UPS) ab. Nach Schätzungen von CSFB-Analyst Jason Seidl könnte DHL fast 300 Mill. Dollar Umsatzvolumen verloren haben, die zu großen Teilen bei Fedex ankommen sollten.

Im Vergleich zu UPS besitzt Fedex daneben einen unschätzbaren internen Vorteil: 14 000 Lastwagenfahrer des Bodenpersonals sind unabhängige Unternehmer, die ihre Fahrzeuge selbst bereitstellen müssen und auch die Benzinkosten tragen. Die UPS-Fahrer sind dagegen offiziell Angestellte ihres Konzerns und außerdem in einer Gewerkschaft organisiert – in den USA keine Selbstverständlichkeit. Während in diesem Zusammenhang einige Prozesse gegen Fedex wegen aufgezwungener Scheinselbständigkeit laufen, bewerten die Analysten die Lage positiv. „Das Fedex-Modell wird es dem Unternehmen langfristig ermöglichen, UPS weitere Marktanteile abzujagen“, sagt James Valentine. „Das sieht man auch daran, dass Fedex im Bodengeschäft ähnliche Margen erzielt wie UPS, dabei liefert UPS viermal so viele Pakete aus.“

Selbst die jüngsten Preiserhöhungen scheinen Fedex’ Beliebtheit nicht zu schaden. Angesichts steigender Kerosinkosten berechnet die Lufttransportsparte den Geschäftskunden seit einigen Monaten einen Aufpreis – und das, obwohl die Energiepreise inzwischen wieder gesunken sind.

Thomas Wadewitz von JP Morgan Securities sieht darin eine große Chance für das Transportunternehmen, die bereits im abgelaufenen Quartal den Gewinn um bis zu acht Cent pro Aktie erhöht haben könnte. Und während seit Anfang Januar für Fedex-Bodenlieferungen ebenfalls höhere Raten gelten, setzte gleichzeitig auch die US-Post ihre Portokosten herauf. „In der Vergangenheit haben solche Erhöhungen bei der Post stets dazu geführt, dass die Konkurrenz mehr zu tun bekam, weil die Kunden nach Alternativen suchen“, sagt Jason Seidl.

Bereits seit Langem gilt Fedex als ein Barometer für die wirtschaftliche Lage im Land. Und das zeigt weiter schönes Wetter an: Dass die Weihnachtssaison 2005 äußerst stark ausfiel und bis zum Ende an Fahrt aufnahm, werten Experten als gutes Zeichen für das laufende erste Jahresquartal. Vor allem in den USA und in Asien brummt das Geschäft, und auch die Zahl der Online-Shopper wächst weiter.

Angelockt von Sonderangeboten der Einzelhändler bestellten die Knden gleich tonnenweise ihre Weihnachtsgeschenke im Internet. Davon profitiert auch Fedex als einer der wichtigsten Lieferanten – ohne dabei allerdings dem gleichen Risiko ausgesetzt zu sein wie die Händler, die sich gegenseitig mit immer neuen Niedrigpreisen zu unterbieten versuchen. James Valentine erwartet daher weiterhin starke Margen von Fedex: „Das Unternehmen bleibt unser Favorit in der Expressindustrie.“

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