Analysten sehen für die Aktie des Bad Vilbeler Arzneimittelherstellers noch viel Potenzial
Stada-Kurs profitiert von Übernahmegerüchten

Die Hersteller preiswerter Medikamente sind an der Börse gefragt. Nachdem der Schweizer Pharmakonzern Novartis die deutsche Hexal und deren US-Tochter Eon Labs übernommen hat, flammen die Übernahmegerüchte in der Branche wieder auf. Davon profitiert vor allem die Aktie des Generika-Herstellers Stada.

DÜSSELDORF. Das Papier legte seitdem in der Spitze um rund 4,5 Prozent zu. Dabei handelt es sich Experten zufolge nicht um ein Strohfeuer. Generika-Hersteller machen gute Geschäfte mit Arzneimitteln, deren Patentschutz abgelaufen ist.

Die Stada-Aktie notiere deutlich unter dem Preis, der von großen Pharma-Konzernen bisher für Generika-Unternehmen gezahlt worden sei, sagt Sebastien Buch, Fondsmanager bei Union Investment. Die Hexal-Übernahme habe den weltweiten Konsolidierungskurs der Branche bestätigt. „Dieses Mal kam Novartis zum Zug, nun stehen die anderen großen Spieler unter Zugzwang – besonders die israelische Teva.“

Novartis hatte Teva durch den Zukauf von Hexal als Nummer eins der Generika-Branche abgelöst. „Hinzu kommt, dass Teva in Deutschland nur eine schwache Marktposition hat“, sagt Alexander Groschke, Analyst der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Aber auch Sanofi-Aventis und die deutsche Merck hätten Expansionspläne angekündigt. Stada könnte für sie reizvoll sein: 100 Prozent der Stada-Aktien befinden sich im Streubesitz. Deshalb werde das Unternehmen immer wieder als Übernahmeziel gehandelt, sagt Groschke. Dennoch hat er Stada als durchschnittlichen Wert eingestuft. Sehe man von der Übernahmephantasie ab, sei der Aktienkurs schon ausgereizt, befindet er.

Für Fondsmanager Buch wirkt sich dagegen die Hexal-Übernahme in weiteren Punkten positiv für Stada aus. Der Konzern profitiere davon, dass nun die Gefahr von Preiskämpfen sinke. Zudem sei Stada nicht nur ein Übernahmekandidat. Das Unternehmen könne auch selbst akquirieren – und sich als europäischer Akteur aufstellen. In Westeuropa stehe Stada sehr gut da, aber in Osteuropa sei die Gesellschaft kaum verankert. „Der Kauf eines Unternehmens wie Zentiva, das in Tschechien, Polen, Russland, der Slowakei und dem Baltikum gut im Geschäft ist, könnte Stada nach vorne bringen“, sagt Buch. Kürzlich hat Stada die russische Nizpharm übernommen.

„Stada ist unabhängig von den Übernahmespekulationen ein gutes Unternehmen“, sagt Karl-Heinz Scheunemann vom Bankhaus Metzler, der zum „Kaufen“ rät und das Kursziel bei 30 Euro und somit ein Potenzial von 20 Prozent sieht. Stada sei im Vergleich zu anderen Unternehmen, vor allem in den USA, unterbewertet. Zwar liege die Profitabilität im durchschnittlichen Bereich. „Aber Stada befindet sich in einer Wachstumsphase und legt daher mehr Wert auf gesundes Wachstum als auf die Gewinne.“ Mittelfristig sollten aber auch die Gewinne wieder wachsen.

Scheunemann setzt neben dem Kurs-Gewinn-Verhältnis, demzufolge die Stada-Aktie fair bewertet sei, das Verhältnis von Unternehmenswert zu Umsatz an. So werde das Potenzial des Papiers deutlich. „Stada ist mit dem 1,5-fachen seines Umsatzes bewertet“, sagt Scheunemann. „Novartis hat für Hexal und Eon Labs etwa das Dreifache von deren Umsatz ausgegeben.“

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