Analysten sehen für die Aktie des IT-Dienstleister vorerst kein Potenzial mehr
Anlegereuphorie bei AC Service ist vorbei

Die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelang dem Stuttgarter IT-Dienstleister AC Service vor drei Jahren. Aber nun gerät die damals eingeleitete Konsolidierung, die 2002 nach einer Verlustphase zu einer stolzen Gewinnmarge von 5,5 % führte, seit kurzem ins Stocken.

FRANKFURT/M. Der Aktienkurs hat seit seinem Höchststand im November rund 25 % an Wert verloren. Und die gerade vorgelegten Umsatz und Ergebniszahlen für das abgelaufene Jahr lagen unter denen von 2002. Umso aufmerksamer verfolgen deswegen die Anleger, was das laufende Jahr bringen wird.

Um es vorweg zu nehmen: Die Lage ist schwierig und damit kehrt bei einem der Überflieger am Aktienmarkt des vergangenen Jahres – von April bis November 2003 konnte die AC-Aktie ihren Werte beinahe verdoppeln – wieder Alltag ein. Ralph Jainz von der britischen Investmentbank Cazenove erwartet für 2004 sogar nochmals sinkende Umsätze, nämlich von 48,3 auf 46,3 Mill. Euro. Jedoch soll es mit dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) leicht von 2,9 auf 2,95 Mill. Euro nach oben gehen. Jainz empfiehlt die Aktie deshalb zum Kauf mit einem Preisziel von 5,70 Euro. Beim gegenwärtigen Kurs von rund 5,40 Euro ist man davon allerdings nicht mehr weit entfernt.

„Das Marktumfeld im IT-Bereich war 2003 nicht einfach, weil der Kuchen, um den sich die Unternehmen gestritten haben, kleiner wurde“, sagt AC-Finanzvorstand Marco Fontana. Das dürfte auch 2004 nicht viel anders sein. Ob es eine Aufhellung gibt, sei fraglich, gibt Fontana offen zu. Seit Jahresanfang seien zwar gewisse Impulse am Markt spürbar. Deren Einfluss auf den Aktienkurs dürfte nach Meinung von Alla Gorelova vom Bankhaus Sal. Oppenheim jedoch gering sein. Sie geht weiterhin von einem sehr schwierigen Marktumfeld aus, weshalb sie zum Verkauf der Aktie rät. Den fairen Preis sieht sie bei 4,60 Euro. „Kleinere Firmen werden es 2004 im Vergleich zu ihren breit aufgestellten Wettbewerbern schwer haben.

Die Phantasie der Anleger soll nun eine Dividende von 0,15 Euro je Aktie wecken, die erstmals seit dem Börsengang vor fünf Jahren der kommenden Hauptversammlung vorgeschlagen wird. Beim gegenwärtigen Kurs entspräche das einer Dividendenrendite von 2,8 %, womit AC Service unter den Tech-Werten eine exponierte Stellung einnehmen würde. Zwei Drittel des ausgewiesenen Gewinns will das Unternehmen so an seine Aktionäre leiten. Das kann sich das Management angesichts einer Eigenkapitalquote von rund 62 % guten Gewissens leisten. Damit wäre ein Aktienkurs von 6 Euro immer noch durch Eigenkapital unterlegt.

Denkbar wäre, dass das restliche Geld für Akquisitionen genutzt wird, zumal das Unternehmen nach Ansicht von Analystin Gorelova in einigen Märkten besser aufgestellt sein könnte. Für vorstellbar hält sie mit Blick auf die jüngste Übernahme von SAP SI aber auch, das AC von einem Mitbewerber geschluckt wird.

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