Analysten sehen in Reintegration auch Nachteile - Entscheidung wohl erst 2005
Rückkauf-Spekulationen beflügeln Aktienkurs von T-Online

Für Begeisterung sorgen bei Börsianern die Spekulationen, die Deutsche Telekom könnte ihre Internettochter T-Online komplett in ihren Schoß zurückholen.

FRANKFURT/M. Die Papiere zogen am Dienstag in der Spitze um rund sechs Prozent auf mehr als neun Euro an, nachdem sie bereits zum Wochenauftakt deutlich zugelegt hatten. Unter Analysten gehen die Urteile über den Sinn eines Rückkaufs auseinander, eine Entscheidung erwarten die Beobachter erst in sechs bis zwölf Monaten.

Am Montag hatte die Telekom bestätigt, sie prüfe derzeit alle Optionen für die Zukunft der Tochter. Diese reichten von der Beibehaltung des Status Quo über eine Verschmelzung nach deutschem Recht bis hin zu einem öffentlichen Kaufangebot an die Aktionäre. Die Telekom besitzt derzeit knapp 74 Prozent der T-Online-Anteile, 20 Prozent sind im Streubesitz, der Rest liegt beim französischen Medienkonzern Lagardère. Die Franzosen haben bereits Verkaufsbereitschaft signalisiert.

Die Berufung von Rainer Beaujean zum Nachfolger von Thomas Holtrop an die Spitze von T-Online hatte Ende vergangener Woche den seit Monaten andauernden Rückkaufspekulationen neue Nahrung verliehen. Für eine Rückführung in den Mutterkonzern spricht nach Ansicht der Analysten die Aufteilung des Zukunftsgeschäfts Breitband zwischen den Sparten Festnetz (T-Com) und Internet (T-Online). Dies sei für den Kunden „intransparent und verwirrend“, kritisiert Holger Bosse von der Helaba. Die beiden Bereiche kämen sich immer wieder in die Quere und machten sich Konkurrenz, bemängeln andere Beobachter. Ein hoher Abstimmungsbedarf und Reibungen zwischen Telekom und T-Online seien weitere Folgen der Aufsplittung.

Neben möglichen Synergieeffekten gilt auch der Barmittelbestand von T-Online von mehr als vier Mrd. Euro als Argument für eine Wiedereingliederung. Das Geld stammt noch aus dem Börsengang im Frühjahr 2000. Die Telekom könnte damit ihren Schuldenberg von rund 43 Mrd. Euro weiter abtragen.

Aus Sicht von T-Online spricht der steigende Wettbewerbsdruck im Breitbandgeschäft für eine Rückkehr. Der harte Wettbewerb um Neukunden wird nach Ansicht der Analysten die Margen von T-Online weiter drücken und damit den Kurs der Aktie nach unten treiben.

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