Analysten sehen kaum Kurspotenzial
Coca-Cola-Aktie fehlt der Pep

Von sprudelnden Gewinnen kann beim Getränkehersteller Coca-Cola nicht die Rede sein. Im Gegenteil: Gerade schraubte Vorstandschef Neville Isdell die langfristigen Wachstumsziele herunter.

HB SAN FRANCISCO. Statt elf Prozent Gewinnwachstum erwartet er nun im Jahr 2006 ein Plus im hohen einstelligen Bereich. Beim Absatz sieht er langfristig statt einem jährlichen Zuwachs von fünf bis sechs Prozent lediglich ein Plus von drei bis vier Prozent. Zum Vergleich: Bis in die späten 90er-Jahre hinein verzeichnete das Unternehmen noch Zuwachsraten von 18 Prozent.

Die Aussichten für 2005 sind noch trüber: „Wir werden keine keine Renditen erwirtschaften, die für mich akzeptabel sind“, sagte Isdell vor Aktionären, beschwichtigte sie aber, dass bestimmte gewinnmindernde Schritte für das langfristige Wachstum des Getränkeherstellers unerlässlich seien. Positive Impulse für den Aktienkurs brachten die Ankündigungen nicht: Das Papier ist derzeit rund 40 Dollar wert und notiert damit deutlich unter dem Jahreshoch von 53,50 Dollar. Der Gewinneinbruch im dritten Quartal von 24 Prozent auf 935 Millionen hatten den Kurs Ende Oktober bereits gedrückt. Konkurrent Pepsico, die Nummer zwei der Branche, steigerte dagegen im dritten Quartal Umsatz und Gewinn und bestätigte die Prognosen, wonach der Umsatz prozentual im mittleren einstelligen Bereich steigen soll.

Isdell, der im Juni aus dem Ruhestand zurückgeholt wurde, nachdem der ehemalige Vorstandschef Douglas Daft in Rente gegangen war, will Coca-Cola nun durch höhere Werbeausgaben und neue Produkte wieder nach vorne bringen. Vor allem bei gesunden Getränken wie Wasser und Fruchtsäften hat das Unternehmen Nachholbedarf: „Wir haben neue Trends bei Gesundheit und Wellness verpasst“, sagte Isdell jüngst vor Analysten.

Auch der Ruf der Kernmarke Coca-Cola soll gestärkt werden, denn ohne eine gesunde Marke könne es auch kein gesundes Unternehmen geben, sagte Isdell. Die Marketingausgaben sollen ab 2005 um 350 Millionen bis 400 Millionen Dollar jährlich steigen. 2003 gab das Unternehmen bereits 1,9 Milliarden Dollar für Werbung aus.

Analysten sind skeptisch, ob das ausreicht, um Coca-Cola wieder zu hohem Gewinnwachstum zu führen. Von 19 Analysten halten nach Angaben des Finanzdienstleisters Thomson/First Call sieben die Aktie für einen Kauf, zehn stufen sie auf „halten“ und einer auf „verkaufen“.

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