Analysten sehen Sanierungserfolge als eingepreist an
Die Thiel-Aktie ist nur was für Mutige

Obwohl die Thiel Logistik AG noch immer rote Zahlen schreibt, ist der Aktienkurs seit November vergangenen Jahres um 80 % gestiegen. Bei einem Preis von knapp sieben Euro ist die Aktie jedoch nur etwas für mutige Anleger, denn ob die Thiel-Papiere weiter steigen, hängt davon ab, wie das Logistikunternehmen mit seiner Sanierung vorankommt.

HB DÜSSELDORF. Wenn das Unternehmen am Montag seine Quartalszahlen vorlegt, interessiert die Analysten vor allem der Ausblick für das laufende Jahr. Zwar verbuchte Thiel im dritten Quartal 2003 noch einen Verlust in Höhe von 2,3 Mill. Euro. Einen erneutes Minus halten die Analysten aber mehrheitlich für unwahrscheinlich. Nils Machemehl von M.M. Warburg ist denn auch skeptisch: Mit dem Verkauf schwacher Geschäftszweige sei zwar das Schlimmste überstanden. Es werde aber weiterhin schwer sein, einen Jahresüberschuss zu erzielen: Viele kleine Unternehmen machen sich in der Branche heftig Konkurrenz.

Zusätzlich könne die anstehende Kapitalerhöhung über 80 Mill. Euro den Kurs belasten. Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe zufolge wird der Markt die neuen Anteile allerdings problemlos aufnehmen. Zudem soll die Delton Holding, Hauptaktionär von Thiel, bereits zugesagt haben, ihre gesamten Bezugsrechte auszuüben.

„Thiel hatte sicher in den letzten Monaten eine gute Story, ich glaube aber nicht, dass sie eine Verdreifachung des Kurses rechtfertigt“, sagte Machemehl. Er hält es jedoch für angemessen, dass die Aktie sich nach über einem Jahr von dem Tiefstand um drei Euro lösen konnte.

Dass der Kurs in den vergangenen Wochen derart kräftig zulegte, liegt auch am guten Marketing der Führungstruppe um den Vorstandsvorsitzenden Klaus Eierhoff, der das Unternehmen seit April vergangenen Jahres leitet. Der ehemalige Bertelsmann-Manager Eierhoff kam als Retter in der Not zu Thiel Logistik.

Die Werbeagentur Scholz & Friends schenke ihm zum Amtsantritt einen Besen – und Eierhoff kehrte aus: Er legte sämtliche Risiken offen und begann, einen Teil der Tochtergesellschaften zu verkaufen. Zuletzt gelang es ihm, im Januar 2004 einen Käufer für die Geschäftsbereiche Krankenhausversorgung und Diagnose-Software zu finden.

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