Analysten sehen weiterhin Gewinnchancen
Börse Istanbul klettert auf Rekordhöhen

Die EU-Bewerbung der Türkei stößt in Europa auf wachsende Skepsis, aber die Anleger am Bosporus scheint das nicht nachhaltig zu irritieren: Der Istanbuler Aktienindex ISE National 100 klettert von einem Rekord zum nächsten. Nach einer zwischenzeitlichen Schwächephase im Frühjahr zeigt der Chart steil nach oben.

HB ISTANBUL. Die EU-Verfassungsreferenden in Frankreich und den Niederlanden, deren Ausgang als Absage der Wähler an eine künftige Erweiterung der Union interpretiert werden kann, dämpften die Stimmung an der Börse nur kurz. Selbst die Aussicht, dass die EU-Beitrittsverhandlungen nicht – wie geplant – am 3. Oktober beginnen können, wie es jetzt der französische Premier Dominique de Villepin wegen des Streits um Zypern andeutete, löste lediglich eine kleine Kurskorrektur aus. Am Tag danach kletterte der Istanbuler Index bereits wieder auf ein neues Fünfjahreshoch.

Um fast 20 Prozent hat der ISE-National-100-Index seit Jahresbeginn bereits zugelegt, auf Euro-Basis gerechnet ergibt sich ein Plus von knapp 16 Prozent. Wer schon Anfang 2004 in türkische Aktien investierte, kann sich über ein Indexplus von nahezu 60 Prozent freuen. Türkei-Aktienfonds liegen hinsichtlich ihrer Wertentwicklung zurzeit in der Spitzengruppe. So erzielte der Fonds EMIF Turkey Load in den zurückliegenden drei Monaten ein Plus von 41,4 Prozent. Der Fonds Türkei 75 Plus kam auf 41,2 und der Magna Turkey Fund auf 38,8 Prozent Wertzuwachs. Ist angesichts dieser Kursentwicklung der Markt nicht bald ausgereizt?

Nein, meint Manfred Zoureck, der bei der Ersten Sparinvest in Wien den Fonds Espa Stock Istanbul managt: „Die politischen und makroökonomischen Rahmenbedingungen sind gut“, meint Zoureck, „nach der politischen und wirtschaftlichen Volatilität der Vergangenheit befindet sich die Türkei seit etwa drei Jahren in einer Phase stetigen Wachstums“.

Tatsächlich hat sich die Türkei von der schweren Finanzkrise des Jahres 2001, als das Land nur dank der Milliardenkredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) dem Staatsbankrott entging, inzwischen völlig erholt. Die damalige Krise wirkte wie ein heilsamer Schock. Jahrzehntelang verschleppte Wirtschaftsreformen wurden auf Druck des IWFs endlich umgesetzt, der marode Bankensektor saniert.

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