Analysten setzen auf Anbieter mit klarer Strategie wie Fuji, Canon oder Sandisk
Vom Boom der digitalen Fotografie profitieren nur wenige Werte

Bei der weltgrößten Fotomesse, der „Photokina“ in Köln, dreht sich in diesen Tagen alles um um das boomende Geschäft mit digitalen Kameras. Die Börsianer haben sich bereits ein Urteil gebildet: Zu den Gewinnern zählen die Aktien von Unternehmen, die eine lukratives Segment gefunden haben – wie etwa der japanische Fotokonzern Fuji.

DÜSSELDORF. „In diesem Jahr werden weltweit 77 Millionen Digitalkameras verkauft“, sagt Hannah Cunliffe, Fondsmanagerin für japanische Aktien bei Union Investment. Hinzu kommen noch 200 Millionen Fotohandys, wie Cunliffe hinzufügt. „Ein gigantischer Markt, aber ein hart umkämpfter.“ Inzwischen tummeln sich 30 bis 40 Hersteller auf dem Markt. „Das Angebot ist riesig, die Preise fallen dramatisch“, sagt Cunliffe. Das sei gut für die Verbraucher, aber schlecht für die Hersteller und deren Aktienkurse. Nur wer es schaffe, erfolgreich eine Nische zu besetzen, der verdiene auch am Boom.

Im Handybereich ist das Fuji. „Der japanische Fotokonzern hat sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Zulieferer von Fotomodulen für Mobiltelefone gemausert“, sagt Cunliffe. „Vor allem in Asien, wo die Handycams reißenden Absatz finden.“ Dort verkauft Fuji jeden Monat rund eine Million Objektive, Bildsensoren und passende Software an die großen Handyhersteller wie Samsung, Sony oder Panasonic. Die Renaissance von Fuji reflektiere der Aktienkurs noch nicht. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14 für das Jahr 2005 sei Fuji niedrig bewertet.

Der japanische Kamerahersteller Canon besetzt ein anderes Geschäftssegment. Canon sei Marktführer bei digitalen Spiegelreflexkameras für Profis und ambitionierte Hobbyfotografen, sagt DWS-Fondsmanager Rainer Vermehren. In diesem Segment seien die Margen höher als bei Fotohandys und Kompaktkameras, weil neben Canon lediglich Nikon und Minolta diesen Markt besetzten. „Während Minolta noch dabei ist, die Fusion mit Konica zu verdauen, überzeugte Canon allein in den vergangenen sechs Quartalen mit Zahlen, die über den Erwartungen der Analysten lagen“, sagt Vermehren.

Zudem sei Canon finanzkräftiger als Nikon, sagt Richard Kaye, Analyst bei Merrill Lynch. Das erlaube dem Unternehmen, sich breiter aufzustellen. So profitiere Canon als Zulieferer von Hewlett- Packard vom Boom der Laserdrucker. Darüber hinaus „bereitet Canon den Einstieg in die Produktion von TV-Bildschirmen vor“, sagt Damian Thong, Analyst bei Dresdner Kleinwort Wasserstein. Außerdem sei die Canon-Aktie bei einem KGV von 13,5 günstiger bewertet als die Papiere der Konkurrenten.

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