Analysten setzen auf Gesellschaften aus China und Indien – Aktien der US-Airlines gelten als Zockerpapiere
Asiatischen Fluglinien gehört die Zukunft

Die globale Luftfahrtindustrie bleibt eine Wachstumsbranche – gelegentliche Rückschläge eingeschlossen. „Der langfristige Trend nach oben ist ungebrochen“, urteilt Ulrich Horstmann, Luftfahrt-Analyst der Bayerischen Landesbank. Doch diese Perspektive gibt den Anlegern alles andere als Planungssicherheit.

DÜSSELDORF. Denn stärker als andere Industrien mussten die Fluggesellschaften lernen, nicht nur zyklische Schwankungen, sondern auch externe Schocks zu meistern: den 11. September 2001, die ostasiatische Lungenkrankheit Sars, die psychologischen Folgen des Irak-Kriegs und der Tsunami-Flutkatastrophe sowie (derzeit) extrem hohe Rohölpreise und entsprechende Kerosinkosten. Zudem stehen die etablierten Platzhirsche unter dem scharfen Wettbewerbsdruck der Billigflieger.

„Zu den ,normalen’ Konjunkturschwankungen, mit denen jede Industrie leben muss, muss die Luftfahrtindustrie zusätzlich lernen, auch ,Katastrophen’ als ,Regelfälle’ in ihr Geschäftsmodell einzubauen“, sagt Giovanni Bisignani, Generaldirektor und Vorstandschef der International Air Transport Association (Iata), der Lobby von 272 Fluggesellschaften aus 140 Ländern. Dennoch zeigt Bisignani Optimismus. Für 2005 prognostiziert er nach einem „großen Start“ des internationalen Flugverkehrs in den ersten Monaten ein globales Wachstum von 5,9 Prozent im Passagier- und 15,5 Prozent im Cargo-Geschäft - vorausgesetzt, dass weitere Katastrophen ausbleiben.

Allerdings müssen Anleger im Luftfahrt-Sektor immer stärker auf regionale Unterschiede achten. „Als führender Wachstumsmarkt der Zukunft wird sich Asien mit dem Schwerpunkt China etablieren“, sagt Horstmann. Der Luftverkehrsmarkt Europa dürfte stagnieren, aber besser dastehen als der nordamerikanische Markt. Entsprechend dürften sich die Aktien der einzelnen Anbieter verhalten.

2004 verzeichneten die US-Fluglinien nach Angaben der Iata einen Gesamtverlust von rund zehn Mrd. Dollar. Hingegen erwirtschafteten die europäischen Airlines einen Gewinn von etwa 2,5 Mrd. Dollar. Während etablierte Netzwerk-Linien wie American Airlines, United Airlines, Delta Air Lines und US Airways seit Jahren am Rande der Pleite dahinfliegen, sind Europas große Fluglinien wie Air France-KLM, British Airways und Lufthansa mit dem Vorhaben, ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, ein großes Stück weiter. In Amerika behindert zudem der Staatsprotektionismus – Kapitel 11 des Insolvenzrechts – die Konsolidierung der Branche. Für den Anleger folgert Horstmann: „Aktien der großen US-Airlines locken nur starke Zockernaturen.“

Seite 1:

Asiatischen Fluglinien gehört die Zukunft

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%