Analysten sind angesichts unsicherer Zukunftsperspektiven des Handelskonzerns skeptisch gestimmt
Karstadt-Aktie gilt als Ladenhüter

Die Aktie der Karstadt-Quelle AG würde wohl in den eigenen Warenhäusern derzeit wie Blei in den Regalen liegen bleiben. Zu unsicher gelten unter Analysten die Zukunftsperspektiven des Handelskonzerns, zu gewaltig der Umstrukturierungsbedarf. Abwarten lautet daher überwiegend die Empfehlung an die Anleger.

FRANKFURT/M. Die Hoffnungen auf bessere Zeiten für das unter der Konsumflaute leidenden Unternehmen fokussieren sich auf den Herbst. Denn im dritten Quartal soll es endlich mit der seit mehr als zwei Jahren dahinsiechenden Einzelhandelskonjunktur in Deutschland aufwärts gehen. Allerdings bleiben die Aussichten für die Branche dürftig. Der Einzelhandelsverband HDE erwartet lediglich ein mageres Umsatzplus von 0,5 Prozent für 2004, nachdem in den ersten fünf Monaten ein Minus von zwei Prozent auflief. Die Angst vor Arbeitslosigkeit lähmt die Kaufbereitschaft der Verbraucher.

Zum Ende des dritten Quartals will auch der neue Karstadt-Vorstandschef Christoph Achenbach sein Sanierungskonzept präsentieren. Nach dem, was davon bislang nach außen gedrungen ist, stehen dabei Verlustbringer wie die Kooperation mit der US-Kaffeehauskette Starbucks oder die Beteiligung am Sportsender DSF auf der Kippe.

Der jüngste Sparbeschluss der Essener, rund zehn Prozent der insgesamt 47 000 Stellen zu streichen, wird nach Ansicht von Analysten jedenfalls nicht ausreichen, um den Abwärtstrend bei den Geschäftszahlen zu stoppen. Die Axt des Personalabbaus löse nicht die Probleme, betont Commerzbank-Analyst Jürgen Elfers. Karstadt brauche ein „kreatives Management, um das Sortiment für die Kunden wieder attraktiv zu machen.“ Der Vorstand habe mit dem angekündigten Sanierungsplan nur eine Chance, das Ruder herumzureißen, ergänzt sein Kollege Thilo Kleibauer von M.M. Warburg.

Die Herausforderung für den neuen Karstadt-Chef ist daher nach Ansicht der Analysten gewaltig: den Abwärtstrend bei Umsatz und Ergebnis beenden, Strukturen bereinigen, die Sortimente in Richtung margenträchtiger Produkte wie Textilien oder Sportartikel straffen und Kosten senken.

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