Aktien
Analysten sind bei Porsche optimistisch

Am Tag nach den vorläufigen Zahlen für das abgelaufenen Geschäftsjahr (zum 31.7.) erreichte die Porsche-Aktie Mitte November ein Jahreshoch bei 447 Euro. Der Autohersteller hatte ein Rekordergebnis verkündet – der Überschuss betrug 565 Mill. Euro, ein Plus von 22,3 % gegenüber dem Vorjahr. Der Wermutstropfen: Die meisten Analysten hatten mehr erwartet.

DÜSSELDORF. Zu Unrecht, glaubt Georg Stürzer, von der HypoVereinsbank (HVB). Die Konsensschätzung sei von zu optimistischen Prognosen geprägt und deshalb nur schwer zu übertreffen gewesen, sagt er. „In meinen Augen ist die Porsche-Aktie weiterhin ein klarer Kauf.“ Wesentlich zurückhaltender ist Tim Schuldt von der DZ Bank, für den die Zahlen eine „leichte Enttäuschung“ waren. Zwar liege das Ergebnis nicht weit unter den Erwartungen, berichtet Schuldt. „Aber viele hatten insgeheim auf mehr gehofft.“

Die Mehrzahl der Börsianer zeigte sich in den vergangenen Tagen dann auch enttäuscht. Auf den Höchststand folgten deutliche Kursverluste. Die Porsche-Aktie büßte mehr als 6 % ein und entwickelte sich damit deutlich schlechter als der Markt. Ende vergangener Woche notierte das Papier bei 416 Euro.

Die Ursache für den Kursrutsch sei in erster Linie die verhaltene Prognose des Konzerns, meint Schuldt. „Der Ausblick deutet auf ein schweres Geschäftsjahr hin.“ Deswegen sei die Unsicherheit größer als in den Vorjahren. HVB-Mann Stürzer verweist jedoch darauf, dass die Porsche-Prognosen traditionell konservativ ausfallen: „Das sollte keinen überraschen.“

Als konservativ gilt auch die Bilanzierung bei Porsche. Deshalb warten Analysten gespannt auf die Vorlage des Geschäftsberichtes Anfang Dezember. Insbesondere der Zusammensetzung und Höhe der Rückstellungen dürften sie dann höchste Aufmerksamkeit schenken. So gehen die Analysten von Lehman Brothers davon aus, dass Porsche einen deutlichen Anstieg der Rückstellungen vermelden wird.

Dies sei ein Hauptgrund für das niedriger als erwartet ausgefallene Ergebnis, vermuten die Analysten von Lehman Brothers. Anlass für die Rückstellungen sei deren steuermindernder Effekt. Eine weitere Ursache könnten jedoch Risiken im laufenden Geschäftsjahr sein. Denn Mitte 2004 steht der Modellwechsel beim Porsche 911 an. „Im Vorfeld solcher Wechsel sinkt die Nachfrage nach dem alten Modell zumeist deutlich“, sagt DZ-Analyst Schuldt.

Umso stärker ist Porsche auf eine anhaltend hohe Nachfrage nach dem Cayenne angewiesen. Der neue Geländewagen hatte zuletzt die Absatzrückgänge der 911er- und Boxster-Modelle überkompensiert. Die Chancen auf eine Fortsetzung dieses Trends stehen gut. Am Ende des Geschäftsjahres waren die Lagerhallen der US-Porsche-Händler gut gefüllt. Nach Schätzungen der Analysten von Lehman Brothers warteten 4 300 Cayenne auf den Verkauf. Das werde sich bei anhaltend hoher Nachfrage in den USA positiv auf das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr auswirken, heißt es.

Deshalb – und wegen der Rückstellungspraxis – glauben Lehman Brothers an positive Überraschungen im laufenden Geschäftsjahr. Das Kursziel für die Aktie sehen sie bei 760 Euro. Auch bei anderen Analysten überwiegen optimistische Stimmen. Die Mehrheit empfiehlt, die Aktie zu kaufen. Daran ändert auch der Kursverfall des Dollar nichts. Gegen Währungsschwankungen ist der Porsche langfristig abgesichert. „Der schwache Dollar wird sich mittelfristig nicht negativ auf das Ergebnis auswirken“, sagt Schuldt.

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