Analysten sind skeptisch
HCI Capital plant Börsengang

Die HCI Capital AG, einer der führenden deutschen Emissionshäuser für Schiffsfonds, strebt im zweiten Halbjahr an die Börse. Das erfuhr das Handelsblatt aus dem Umfeld von HCI.

lip HAMBURG. „Der Börsengang ist eine Option“, erklärte ein Firmensprecher. Er verwies darauf, dass die Firma am 18. Mai auf einer Pressekonferenz eine wichtige Mitteilung machen wolle.

Analysten sehen den Börsengang des Emissionshauses allerdings skeptisch. Der Grund: Der derzeitige Boom auf dem Markt für Containerschiffe drohe in den nächsten Jahren auszulaufen. Damit würden die Renditen bei Schiffsfonds sinken. „Es besteht die Gefahr, dass der derzeitige Nachfrageüberhang nach Schiffen künftig geringer wird“, sagt Ralf Dibbern, Analyst bei der Hamburger Privatbank M. M. Warburg. Dies würde dazu führen, dass die hohen Charterraten zurückgehen. Ähnlich sieht dies ein Analyst einer Frankfurter Großbank: „Der Markt für Schiffsfinanzierungen befindet sich auf dem Höhepunkt“, sagt der Analyst. Da sich HCI überwiegend auf Schiffsfinanzierungen konzentriert, würde die künftige Marktentwicklung die Firma hart treffen.

In HCI-Kreisen heißt es hingegen, dass das Emissionshaus durch den Börsengang die Abhängigkeit vom Fondsgeschäft mit Schiffen weiter abbauen werde. Die Firma wolle sich verstärkt bei Immobilienfonds und Lebensversicherungen engagieren. HCI hatte 2004 bei Schiffsfonds rund 378 Mill. Euro platziert, 30 Prozent mehr als 2003. Damit lag die Gesellschaft knapp hinter dem Konkurrenten MPC Capital mit 379 Mill. Euro. HCI hat 2004 zudem rund 158 Mill. Euro im Geschäft mit gebrauchten Lebensversicherungen eingesetzt.

Das Emissionshaus gehört mehrheitlich Privatanlegern sowie dem geschäftsführenden Gesellschafter Harald Christ. Dieser arbeitete zuletzt für die Deutsche Bank.

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