Analysten sprechen von Übertreibungen und erwarten langfristig sinkende Notierungen
Kupferpreis steigt auf neues Hoch

Der Kupferpreis steigt und steigt. Das ist insoweit verwunderlich, als viele Experten beständig das Gegenteil vorhersagen.

HB FRANKFURT. Allein in der vergangenen Woche legte der Dreimonats-Terminkontrakt an der Londoner Metallbörse (LME) zehn Prozent zu und markierte am Freitag mit rund 3 800 Dollar pro Tonne einen weiteren Rekordstand. Kupfer ist jetzt etwa dreimal so teuer wie vor vier Jahren. Einige Analysten sagen zwar kurzfristig noch weitere Preissteigerungen voraus. Auf lange Sicht erwarten die meisten Fachleute allerdings drastische Einbußen.

Eine tiefe Skepsis herrscht seit Monaten in der Schar der Analysten. Der Leiter des Rohstoffresearchs der ABN Amro in London, Nick Moore, spricht von „völlig überhitzten Preisen“ und macht dafür eine „drastische Spekulation“ verantwortlich. Die jüngsten Rückschläge bei anderen Industriemetallen wie Zinn und Nickel um ein Drittel beziehungsweise ein Viertel seien ein Warnsignal für die Anhänger der „Superzyklus-Theorie“. Deren Anhänger sagen eine lange Hausse voraus und führen den steigenden Rohstoffbedarf Chinas an.

Der ABN-Amro-Experte gibt zwar nur eine Dreijahresprognose für den Industriemetallindex des eigenen Hauses ab. Aber diese Vorhersage hat es in sich: Danach sollen die Preise vom aktuellen Niveau aus um mehr als die Hälfte einbrechen.

Skeptisch zu Kupfer äußern sich auch die Experten von Goldman Sachs. In ihrem jüngsten Ausblick sehen sie „alle Preisindikatoren negativ“ und siedeln ihr Ziel für Ende kommenden Jahres bei rund 2 700 Dollar je Tonne an – was einem Minus von fast 30 Prozent entspräche. Mit einem Durchschnittspreis für 2006 in ähnlicher Höhe rechnen die Analysten von JP Morgan. Die Experten des Brokerhauses Calyon nehmen erwarten einen Absturz bis auf 2400 Dollar.

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