Analysten-Tadel
Nokia-Aktien setzen Talfahrt fort

Nach den Anlegern fällen auch die Analysten ein harsches Urteil über die Zusammenarbeit von Nokia und Microsoft. Zahlreiche Banken nahmen ihre Empfehlungen für die Aktie zurück. Die Papiere verlieren weiter an Wert.
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HelsinkiDem Kursrutsch am Freitag folgte zu Beginn der Woche nicht die erhoffte Gegenbewegung für Nokia-Aktien. Auch auf den zweiten Blick gefällt den meisten Börsianern die Kooperation des finnischen Handykonzerns mit Microsoft nicht: Zahlreiche
Analysten stuften die Nokia-Titel herunter, teilweise drastisch. Entsprechend gerieten die Aktien unter Druck, die um 4,4 Prozent auf 6,69 Euro rutschten und damit so niedrig wie seit August vorigen Jahres notierten. Seit der Ankündigung der Allianz haben die Nokia-Aktien damit fast 20 Prozent an Wert eingebüßt.

Besonders drastisch fiel das Urteil der Experten von JP Morgan aus: Die Analysten stuften die Aktien herunter auf „underweight“ von „overweight“. „Unsere „overweight“-Empfehlung beruhte auf der Einschätzung, dass die Markterwartungen für den Gewinn je Aktie 2010 gemessen an dem, was erreichbar schien, zu niedrig waren“, erklärten die Analysten.

Doch nun gebe es Zweifel, so dass die Gewinnschätzungen je Aktie für 2011 um deutliche 33 Prozent gesenkt würden. Die Produkt-Pipeline sei für das laufende und möglicherweise auch für das nächste Jahr schlecht gefüllt. Die Analysten nahmen auch ihr Kursziel auf fünf Euro herunter - also deutlich unter das aktuelle Kursniveau.

Auch die UBS, die Deutsche Bank und die Credit Suisse senkten ihre Kursiele. Für die UBS ist Microsoft vermutlich der Gewinner der Partnerschaft. Nokia hatte am Freitag angekündigt, das Betriebssystem Windwos Phone 7 künftig auf seinen Smartphones laufen zu lassen. Damit wollen die Finnen ihren Abstieg aus der Weltspitze der Handy-Bauer verhindern. Bislang lief auf den Nokia-Handys ein eigenes Betriebssystem.

Nach Einschätzung von Kritikern hat Nokia zu spät auf die Konkurrenz durch Apple und Google reagiert. Die Partnerschaft mache zwar Sinn, schrieben die Analysten der DZ Bank, die vorläufig an ihrer Kaufempfehlung festhielten. Doch man hätte eindeutig eine Kooperation mit der schneller wachsenden Android-Plattform bevorzugt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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