Analysten trauen dem chilenischen Versorger und bisherigen Börsenliebling nur noch geringes Potenzial zu
Stromkonzern Enersis nahe am Limit

Die chilenische Elektrizitätsgruppe Enersis gehört seit einigen Monaten zu den Lieblingen der in Lateinamerika tätigen Fondsmanager. Analysten attestieren dem vom spanischen Endesa-Konzern kontrollierten Unternehmen gute Aussichten.

BUENOS AIRES. Uneinigkeit besteht indes darüber, ob der Kurs der Aktie, die auch in New York als Hinterlegungsschein (ADR) notiert ist, das positive Panorama bereits widerspiegelt oder ob es noch Spielraum nach oben gibt. Die Enersis-ADR legten im bisherigen Jahresverlauf 20 Prozent zu, in den letzten zwölf Monaten bereits mehr als 70 Prozent.

Enersis ist nach dem brasilianischen Konkurrenten Eletrobrás nach Umsatz das zweitgrößte Elektrizitätsunternehmen in Südamerika und sowohl in der Stromverteilung als auch in der Stromerzeugung tätig. Das Unternehmen ging 1988 nach der vollständigen Privatisierung und Umstrukturierung des chilenischen Elektrizitätssektors aus der „Compania Chilena Metropolitana de Distribucion Electrica“ hervor. Als in den 90er-Jahren die Privatisierungswelle die ganze Region erfasste, kaufte Enersis Versorgungsunternehmen in Argentinien, Brasilien, Peru und Kolumbien dazu und expandierte außerdem in die Stromerzeugung. 1999 erwarb der spanische Energieriese Endesa mit insgesamt 65,11 Prozent der Anteile die Kontrollmehrheit von Enersis. Tochter Endesa Chile ist heute das Kernstück der Enersis-Gruppe und einer der größten Stromerzeuger der Region.

Beflügelt wurde der Enersis-Aktienkurs in den letzten Monaten vor allem durch die Verabschiedung eines neuen Energiegesetzes in Chile, welches den im Land tätigen Elektrizitätserzeugern wie Endesa Chile kurzfristige Preiserhöhungen sowie auch eine flexiblere Preispolitik bei langfristigen Verträgen mit seinen Großkunden erlaubt. Mit diesem Gesetz reagierte die chilenische Regierung auf die Verknappung der Erdgasimporte aus Argentinien, die zu höheren Energiekosten geführt hatte. „Dieser Flexibilisierungsprozess sollte Preiserhöhungen von etwa 20 Prozent ermöglichen“, meint Cristian Moreno von Santander Investment in Chile.

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