Analysten verweisen auf starke Fundamentaldaten: Experten: Korrektur„Ja“, Krise „Nein“

Analysten verweisen auf starke Fundamentaldaten
Experten: Korrektur„Ja“, Krise „Nein“

200 Punkte Verlust im Dax, über 400 im MDax an einem einzigen Tag - lange ist es her, dass der deutsche Aktienmarkt in so kurzer Zeit so stark nachgegeben hat. Die massiven Einbußen am Dienstag, die sich zunächst auch im frühen Handel am Mittwoch fortsetzten, lassen manchen Marktteilnehmer ins Grübeln kommen: Nähert sich die Hausse ihrem Ende?

HB FRANKFURT. Der jüngste Kurseinbruch am Aktienmarkt Chinas stellt nach Ansicht von Experten keinen Grund zur Sorge dar. "Den jüngsten Crash an Chinas Aktienmarkt sollte man in seinen Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung des Landes keinesfalls überbewerten oder gar Parallelen zur Asienkrise ziehen", heißt es in einer Studie der Volkswirte der Dresdner Bank vom Mittwoch. So dürfe die generell hohe Volatilität der chinesischen Aktien nicht übersehen werden. Speziell auf die Hausse von 2006 weisen die Volkswirte hin.

Im Durchschnitt seien die Quotierungen seinerzeit auf das 37-fache des Gewinns der notierten Unternehmen angestiegen, was eine Kurskorrektur nahe lege. Dies gelte auch für bestimmte Segmente des heißgelaufenen Immobilienmarkt Chinas. Eine weitergehende Korrektur könne China zwar ein bis zwei Prozentpunkte Wirtschaftswachstum kosten, schätzen die Experten. Damit würde das Land auf eine längerfristig tragbare Rate von acht bis neun Prozent einschwenken. Ansonsten stehe Chinas Wirtschaft aber "auf sehr sicherem Fundament".

Auch die Ökonomen von Cominvest sind der Ansicht, dass es sich bei dem Aktieneinbruch in China um eine Korrektur, nicht aber um eine Krise handele. Die Kursverluste seien vor allem auf mögliche Regierungsmaßnahmen für den Immobiliensektor und den Aktienmarkt zurückzuführen, insbesondere die geplante Einführung einer Kapitalertragssteuer. Dies habe die chinesischen Anleger zu verstärkten Aktienverkäufen veranlasst. Dass derartige China-spezifische Themen anhaltend die Stimmung an den internationalen Aktienbörsen determinieren, erscheint der Experten kaum plausibel.

Die Konjunkturdaten aus der asiatischen Region gäben ebenfalls keinen Anlass zur Sorge. Die wirtschaftliche Entwicklung in der Region dürfte nur dann durch die Entwicklungen in China längerfristig beeinflusst werden, wenn sich das Wachstumstempo Chinas deutlich verlangsamen sollte. Dies sei aber bislang nicht zu erkennen. Die Wirtschaftsdynamik Asiens dürfte der Weltwirtschaft auch dann Impulse verleihen, wenn sich die US-Konjunktur zeitweise abschwächen sollte. Dieser Faktor sei daher der zentrale Aspekt für die Trends an den internationalen Finanzmärkten in den kommenden Monaten.

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