Analysten werten die angestrebte Vereinfachung der Konzernstruktur positiv und empfehlen die Aktie zum Kauf
Umbau bei Royal Dutch Shell bietet Anlagechancen

Royal Dutch/Shell, der drittgrößte Ölkonzern der Welt, hat nicht nur eine doppelte Konzernspitze, sondern ist auch gleich mit zwei Aktien an der Börse vertreten. In Amsterdam werden die Titel der niederländischen Royal Dutch gehandelt, an der Londoner Börse sind die Anteilsscheine der britischen Shell gelistet. Eine Struktur, die bei Analysten und Aktionären auf wenig Gegenliebe stößt. Dennoch versprechen die Papiere Kurspotenzial, meinen die Anlageexperten.

DÜSSELDORF. Denn der Konzern scheint das Gröbste überstanden zu haben, nachdem das Management Anfang des Jahres die Bewertung der unternehmenseigenen Ölvorräte um rund 20 Prozent nach unten korrigiert und damit die Aktien auf Talfahrt geschickt hat. Binnen weniger Tagen verloren die Titel über zehn Prozent an Wert. Zahlreiche Manager wurden darauf hin ausgetauscht, die Veröffentlichung des Geschäftberichts für 2003 mehrmals verschoben.

Zusätzlicher Ärger kam bei der letzten Hauptversammlung auf. Fondsmanager und Aktionärsschützer kritisierten zum ersten Mal lautstark die Doppelspitze mit zwei Unternehmenssitzen. Dies würde nicht nur unnötige Kosten verursachen, sondern Entscheidungen verzögern und die Effizienz verringern, hieß es von den Anteilseignern.

Seitdem haben sich die Wogen allerdings geglättet. Die Aktien haben die Verluste vom Jahresanfang wieder wett gemacht und notieren nur noch knapp unter dem 52-Wochen-Hoch. Außerdem hat die Konzernführung angekündigt, im November ein Programm vorzustellen, mit dem die Unternehmensstruktur vereinfacht werden soll.

Zwar rechnen die Analysten nicht damit, dass die beiden Vorstandsgremien zusammengelegt werden. „Jede noch so kleine Vereinfachung der Konzernstruktur dürfte vom Markt aber positiv aufgenommen werden“, erklärt Ralph Herre, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg, der die Aktie zum Kauf empfiehlt.

Denn die Führungsetagen gelten als eigenständig und oftmals wenig kompromissbereit. Bereits die Fusion im Jahre 1907 war eine Notlösung der Manager, da dies der einzige Weg war Rockefellers Standard Oil, dem Vorläufer von Exxon, Konkurrenz machen zu können.

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