Analysten ziehen Bewertungsvergleich zu Rolls-Royce
MTU-Aktie soll 25 bis 30 Euro wert sein

Der faire Wert der Aktien des Börsenkandidaten MTU Aero Engines liegt nach Einschätzung der an der Platzierung beteiligten Banken bei 25 bis 30 Euro. Das erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Um die neuen Aktien attraktiv zu machen, dürften die Emittenten Anleger mit einem bei Neuemissionen üblichen Abschlag von zehn bis 15 Prozent auf diesen fairen Wert locken.

HB FRANKFURT/M. Da MTU über ein ausgesprochen stabiles Geschäftsmodell verfüge und es sich um ein lange am Markt etabliertes Unternehmen handle, hoffen die beteiligten Banker, dass ein Abschlag von um die zehn Prozent ausreicht. Das entspräche einer Preisspanne im Bereich von 22,50 bis 27 Euro. Der Bezahlsender Premiere, der im März an die Börse ging und erst unmittelbar vor der Emission zum ersten Mal Gewinne vermelden konnte, musste unter anderem deshalb den Investoren einen Discount von etwa 20 Prozent bieten.

Über die endgültigen Konditionen der Emission will MTU erst in der Nacht von Montag auf Dienstag, kurz vor der Pressekonferenz zum Start in die „heiße Phase“ des Börsengangs entscheiden. Die Zeichnungsfrist werde wie üblich etwa zwei Wochen lang sein, hieß es in Finanzkreisen. Die Erstnotiz soll zwischen dem 6. und dem 8. Juni stattfinden.

MTU ist der vierte Börsenkandidat im laufenden Jahr in Deutschland. Der Triebwerkshersteller will über die Börse über 800 Mill. Euro erlösen. Rund 270 Mill. Euro und damit etwa ein Drittel sollen nach einer Studie der im Konsortium vertretenen Hypo-Vereinsbank (HVB) über eine Kapitalerhöhung dem Unternehmen zufließen. Die restlichen zwei Drittel der Aktien stammen aus den Beständen des Altaktionärs Kohlberg, Kravis & Roberts (KKR), der seinen Anteil Finanzkreisen zufolge von derzeit 92 Prozent auf 40 Prozent abbauen will. Ende 2003 hatte die US-Beteiligungsgesellschaft den Hersteller von militärischen und zivilen Flugzeugtriebwerken von Daimler-Chrysler übernommen. Konsortialführer sind Goldman Sachs, UBS und die Deutsche Bank.

Am Freitag wurde bekannt, dass sich das bisherige Stammkapital von 40 Mill. Euro auf 40 Mill. Aktien verteilt. 36,8 Mill. Euro davon liegen noch in den Händen von KKR. Nach Abschluss der Emission soll der Anteil des Investors auf etwa 16 Mill. Aktien geschrumpft sein. 20,8 Mill. Alt-Aktien würden somit über die Börse verkauft. Hinzu käme ein weiteres Drittel aus der Kapitalerhöhung, so dass das Emissionsvolumen insgesamt rund 31,2 Mill. Aktien betragen könnte.

Die im Konsortium vertretenen Banken sehen den Unternehmenswert von MTU in einer Spanne von 1,8 bis 2,2 Mrd. Euro. Als Benchmark gilt speziell die Aktie von Rolls Royce. Bei den Briten stammen drei Viertel der Umsätze aus dem Triebwerksgeschäft. Aktuell ist deren Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 20 für das laufende Jahr an der Börse bewertet.

Die Analysten Colin Crook, David Perry und Annabel Michie vom Konsortialführer UBS loben in einer Studie zum Börsengang zwar die führende Position in puncto Marktstellung und Technologie, das starke Gewinnwachstum sowie eine die im Vergleich zu den Wettbewerbern konservative Rechnungslegung. Dem stehen allerdings die begrenzten Wachstumschancen im Militärbereich gegenüber.

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