Analystenerwartungen enttäuscht: Akzo-Pharmasparte strebt bald an die Börse

Analystenerwartungen enttäuscht
Akzo-Pharmasparte strebt bald an die Börse

Der niederländische Chemie- und Pharmakonzern Akzo Nobel hat seine Börsenpläne für sein Pharmasparte Organon BioSciences bekräftigt und will diese voraussichtlich noch bis Ende März an den Kapitalmarkt bringen.

HB AMSTERDAM. Im vierten Quartal 2006 steigerte das Unternehmen seinen Gewinn kräftig, verfehlte aber dennoch die Analystenerwartungen. Die Akzo-Nobel-Aktie fiel daraufhin zeitweilig fast fünf Prozent.

Wie Akzo Nobel am Donnerstag mitteilte, steht der Börsengang von Organon unmittelbar bevor und soll in den nächsten Wochen stattfinden. „Akzo Nobel ist zuversichtlich, dass die vorgeschlagene Abtrennung seines Pharmageschäftes für die Aktionäre einen Mehrwert schaffen wird“, erklärte Vorstandschef Hans Wijers. „Wir wären überrascht, wenn der Börsengang nicht vor Ende März über die Bühne gehen würde.“ Der Konzern will zunächst 20 bis 30 Prozent von Organon an den Kapitalmarkt bringen und schloss einen kompletten Verkauf an ein anderes Pharmaunternehmen oder Finanzinvestoren aus.

Wijers sagte gleichwohl, während Akzo sich auf einen Börsengang konzentriere, müsse der Konzern andere Optionen prüfen, wenn diese aufkämen. Nach Einschätzung einiger Analysten bleibt ein Verkauf von Organon eine Möglichkeit, da bei Akzo Interessenbekundungen von einer Reihe von Finanzinvestoren eingegangen waren. Den Erlös könnte Akzo für eine Offerte an das britische Chemieunternehmen ICI nutzen, dessen Wert Analysten auf rund elf Mrd. Dollar taxieren. Ob Akzo an einer Übernahme von ICI interessiert sei, wollte Wijers nicht kommentieren. Der Konzernchef sagte lediglich, Akzo wolle eine aktive Rolle bei der Konsolidierung der Branche einnehmen, sei aber nicht bereit, überhöhte Preise zu zahlen. Wenn die Fundamentalwerte stimmten, sei Akzo auch an größeren Unternehmen interessiert.

Organon-Chef Toon Wilderbeeek sagte Reuters, das Unternehmen werde sich nach dem Börsengang auch nach ergänzenden Übernahmen umsehen, allerdings nicht vor 2008. Kurzfristig werde das Wachstum von Produkten wie dem Schizophreniemedikament Asenapine und dem Schlafmittel Org. 50081 kommen. Langfristig wolle Organon mit Biotechnologie wachsen. Organon hoffe immer noch, dass Asenapine ein Blockbuster mit Milliardenumsatz werden könnte. Im November hatte sich der US-Pharmariese Pfizer aus der gemeinsamen Entwicklung des Mittels zurückgezogen, worauf Akzo auch einen Verkauf der Pharmasparte nicht ausgeschlossen hatte. Wilderbeek zufolge sind eine Reihe von Unternehmen an einer Partnerschaft bei Asenapine interessiert.

Im vierten Quartal kam Akzo Nobel auf einen operativen Gewinn vor Sonderposten auf 249 Mill. Euro, ein Plus von rund elf Prozent. Die Erwartungen von Analysten waren allerdings mit im Schnitt 301 Mill. Euro deutlich höher. Der Umsatz fiel unterdessen mit 3,322 Mrd. Euro kaum verändert zum Vorjahresniveau von 3,306 Mrd. Euro aus. Die Humanmedizin-Sparte Organon und die Tiermedizin-Sparte Intervet, die zusammen Organon BioSciences bilden, kamen auf einen operativen Gewinn vor Sonderposten von insgesamt 127 (Vorjahreszeitraum: 89) Mill. Euro. Analysten hatten auch hier mit 155 Mill. Euro mehr erwartet. „Akzo Nobel hat enttäuschende Quartalsergebnisse vorgelegt“, kommentierte Mark van der Geest von Rabo Securities. Besonders enttäuschend habe sich das Geschäft bei Organon entwickelt.

Das Management zeigte sich gleichwohl optimistisch. „Akzo Nobel ist für die Zukunft bestens gerüstet“, erklärte Vorstandschef Wijers. Der Konzern sei ausreichend gut gerüstet, um stärker als die Märkte zu wachsen und sein Finanzergebnis in den Bereichen Farben und Lacke sowie Chemikalien weiter zu verbessern. Eine konkrete Prognose gab Akzo aber nicht ab.

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