Analystenpreis 2009
Nur wenige Analysten können ihren Erfolg wiederholen

In der Krise wird der Abstand zwischen guten und schlechten Analysten besonders deutlich.

FRANKFURT. "Die Lücke zwischen Top und Flop war selten so groß wie im Jahr der extremen Kursschwankungen 2008", beobachtet Stuart McLean, Europa-Chef des US-Analysehauses Starmine. Das vergangene schwer kalkulierbare Aktienjahr war seiner Ansicht nach eine Art "Teststrecke" für die Berufsgruppe: "Wer bestimmte Eigenschaften 2008 nicht entschlossen einsetzen konnte oder durfte, hat nicht besonders gut abgeschnitten", sagt er. Zu diesen Eigenschaften zählt McLean Schnelligkeit, Flexibilität, Übersicht und Entscheidungsfreude. "Wer nicht zeitig Verkaufen-Urteilen fällte oder seine Schätzungen anpasste, hatte keine Chance."

Viele dieser Eigenschaften erkennt er bei den wenigen Analysten, die regelmäßig zu Award-Ehren kommen, meint der erfahrene Beobachter der Zunft. Gerade einmal die Hälfte der Analysten, die in die Bestenlisten gelangten, könnten ihren Erfolg wiederholen. Regelmäßig aber schaffen es nur wenige Prozent der Analysten, wie eine Schätzung von Starmine belegt. Für exakte Gewinnschätzungen müsse ein Analyst gründlich und strukturiert mit Zahlen und Systemen umgehen, sagt McLean. Richtige Aktientipps seien zu einem guten Teil Gefühls-, aber auch Glückssache, sagt er.

Neben der persönlichen Qualifikation braucht der Analyst ein Umfeld, das entschlossenes Handeln erlaubt. Analysten in konzernunabhängigen Häusern hätten es dabei einfacher als andere, die mit unbeliebten Verkaufsempfehlungen vielleicht Geschäfte anderer Abteilungen konterkarierten, sagt McLean. In diese Richtung äußern sich auch Researchchefs von Brokerhäusern: "Wir sind flexibel in unseren Urteilen und lediglich unseren Kunden verpflichtet", sagt Bernd Laux von CA Cheuvreux. "Halten"-Empfehlungen gibt es dort nicht. Für McLean ist das ein Grund dafür, dass unabhängige Wertpapierhäuser oft in den Rankings vorne stehen. rez

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