Analystenprognose
Julius Bär erwartet 2008 steigenden Dax

Mit einem weiteren guten Aktienjahr rechnen die Anlagestrategen von Julius Bär für 2008. Der Dax könnte bis auf 8 800 Punkte steigen, so Gerhard Grebe, Chief Investment Strategist der Bank Julius Bär Deutschland, am Freitag in Frankfurt. Favorisieren sollten Anleger aber Aktien der sogenannten Schwellenländer, so Gerard Piasko, Chief Investment Officer Private Banking von Julius Bär, Zürich.

HB FRANKFURT. Julius Bär sei in Aktien der „Emerging Markets“ stark übergewichtet, und zwar 25 Prozent über Durchschnitt. US-Aktien dagegen deutlich untergewichtet. Europäische Aktien wiederum seien neutral gewichtet, so Piasko. Anleihen sollten weiterhin gegen Aktien untergewichtet werden, so die Empfehlung von Julius Bär.

Gegenüber Anleihen und im historischen Vergleich seien Aktien nach wie vor unterbewertet, so Piasko. Das sollte auch den Dax stützen, auch wenn die Konsensschätzung eines Gewinnanstiegs im kommenden Jahr um 10 Prozent überzogen sei und die Gewinne nur um 5 Prozent bis 10 Prozent steigen sollten. Der Dollar werde bis zur Jahresmitte tendenziell noch zur Schwäche neigen, meint Grebe. Das könnte das Gewinnwachstum etwas belasten.

Daneben schwäche sich das Wachstum der Weltwirtschaft vorübergehend etwas ab, wobei die Finanzkrise die Konjunkturdelle etwas verlängere. Die Chancen seien aber günstig, dass sich das Wachstum ab Mitte 2008 wieder beschleunige und der Aufschwung noch mehrere Jahre weitergehe. „Wir sind in einem Superzyklus, der acht bis zehn Jahre dauert“, so Grebe.

Für die deutsche Wirtschft erwartet Julius Bär ein Wachstum von 2 Prozent nach 2,4 Prozent in diesem Jahr. Gestützt werde das Wachstum dabei stärker vom privaten Verbrauch, der wiederum von der zurückgehenden Arbeitslosigkeit profitiere. Das Exportwachstum dürfte dagegen wegen der Dollar-Schwäche auf 5 Prozent fallen, nach einem Hoch von 12 Prozent 2006.

In den USA werde die Wirtschaft aber nach einer Schwächephase in diesem und im kommenden Quartal ab dem zweiten Quartal 2008 wieder anziehen. Im Gesamtjahr 2008 rechnet Julius Bär mit einer Wachstumsrate von 2,6 Prozent nach 1,9 Prozent in diesem Jahr. Dass die Wachstumschwäche mild verlaufen sollte liege auch an der finanziellen Situation der Unternehmen, die weit geringer verschuldet seien als in früheren vergleichbaren Krisen wie 1998, so Grebe.

In der Konjunkturdelle sei „die US-Wirtschaft die Achillesferse der Weltwirtschaft und in der US-Wirtschaft der Konsument das Hauptrisiko“, so Piasko, der damit auch die Vorsicht vor US-Aktien begründet. Zwar betrage das Risiko einer US-Rezession nur 30 Prozent. Die US-Notenbank habe mit den schnellen Zinssenkungen den Aktienmarkt stabilisiert und die Kreditkrise eingedämmt. Piasko rät, nun vor allem die Arbeitsmarktdaten zu beobachten.

Sie könnten der Schlüssel für eine Verschärfung oder ein Ende der US-Schwäche sein, meint er. Die Daten könnten auch für weiter hohe Volatilität, also Kursausschläge, an den Börsen sorgen. Eine weitere Zinssenkung durch die US-Notenbank sei wahrscheinlich. Auch die EZB könnte im Verlauf des kommenden Jahres die Zinsen senken, weil auch die Währungsentwicklung rezessiv wirke.

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