Analystenstimmen
Erste Banken sehen Ende der Talfahrt

Nervosität herrscht an den Aktienmärkten nach den deutlichen Rückgängen in den vergangenen Wochen. Doch für die US-Investmentbank Lehman Brothers ist mittlerweile ein Katastrophenszenario in den Kursen eingepreist, das nach deren Meinung aber nicht eintreten wird. Zu den Lieblingsbranchen von Analysten zählen vor allem diejenigen, die zuletzt deutlich gefallen sind.

HB DÜSSELDORF. Nach der Meinung der US-Bank Lehman Brothers lässt das gegenwärtige Niveau der Aktienkurse vermuten, dass eine wirtschaftliche Krise oder Rezession eingepreist ist. Der jüngste Ausverkauf dürfte keine Rezession verursachen, so die Analysten. Sie halten Aktien nach wie vor übergewichtet. Weltweit notierten die Aktienkurse auf Sicht von 25 Jahren am unteren Ende der Spanne, meinen die Experten.

Zeitgleich hat Lehman Brothers innerhalb des Finanzsektors Bankenaktien auf „Übergewichten“ von „Untergewichten“ hochgestuft. Die Experten begründen ihre Meinung mit den weiterhin guten Fundamentaldaten der Unternehmen. Zudem seien die Bewertungen im Vergleich zu früheren Zyklen äußerst günstig. Die Analysten nehmen Intesa San Paolo, Unicredito, HSBC, Standard Chartered, AIB, National Bank of Greece und BNP in ihr Portfolio empfohlener europäischer Aktien auf. Für Versicherungsaktien bleiben die die Analysten bei „Übergewichten“.

Positiv gestimmt sind die von J.P. Morgan zu europäischen Halbleiterwerten. Zum einen hätten die Lagerbestände der Unternehmen sowohl saisonbereinigt als auch absolut Tiefstände erreicht. Zum anderen habe auch der Zyklus in der Halbleiterbranche im zweiten Quartal 2007 die Talsohle erreicht. Der anstehende Aufschwung im Sektor dürfte daher für Kursanstiege bei den europäischen Halbleiteraktien sorgen. Besonders empfehlenswerte Aktien sind für J.P. Morgan ASML, Infineon, auf längere Sicht auch ARM und STMicroelectronics.

Vorsichtiger sind die Analysten der ING Financial Markets. Sie räumen zwar ein, dass es derzeit günstige Möglichkeiten zum Einstieg in den Aktienmarkt gibt, wollen aber auf Nummer Sicher gehen und empfehlen Aktien von geringer Volatilität und von Unternehmen, deren Ertragsentwicklung sich gut absehen lässt. Solange es keine koordinierte Reaktion aller Notenbanken auf die Krise der Finanzmärkte gebe, sei es zu früh, im Portfolio höhere Risiken einzugehen, so Analyst Simon Goodfellow. Zu den Favoriten der ING gehören Porsche, Anglo Irish Bank, Air Liquide, Johnson Mathey und CRH.

Und der Chef der niederländischen Bank ING rechnet mit einem baldigen Ende der weltweiten Turbulenzen an den Kreditmärkten wegen der US-Hypothekenkrise. „Das Schlimmste liegt hinter uns“, sagte Michel Tilmant der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Es habe ein Erdbeben gegeben und es könnten noch Nachbeben kommen, die aber immer kleiner würden. Es könnten für das eine oder andere Unternehmen vereinzelt Probleme hochkommen. „Die Wirtschaft wird dadurch jedoch nicht wirklich beeinträchtigt werden“, sagte der Chef des ING-Konzerns, der mit einem Börsenwert von rund 65 Milliarden Euro zu den größten Finanzinstituten in Europa gehört.

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