Angebotsspanne voll ausgereizt
HHLA startet mit kräftigem Kurssprung

Die Aktien des Hamburger Hafenbetreibers HHLA haben am Freitag über ihrem Ausgabepreis an der Börse debütiert. Die Papiere notierten auf dem Kurszettel des stark regulierten Börsensegments Prime Standard erstmals mit 59 Euro – ein Plus von 11,3 Prozent.

HB HAMBURG/FRANKFURT. Die HHLA hatte die angebotenen 22 Millionen Titel am oberen Ende der Angebotsspanne zu je 53 Euro zugeteilt. Das Emissionsvolumen beläuft sich damit auf 1,16 Mrd. Euro. Damit ist diese Emission der wohl größte Börsengang des zweiten Halbjahres 2007. Der weitaus größte Teil des Emissionserlöses fließt in die Kassen des Eigentümers, der Hansestadt Hamburg. Mit den Einnahmen soll die Infrastruktur des weltweit achtgrößten Containerhafens ausgebaut werden.

Mit einer Marktkapitalisierung von 3,8 Mrd. Euro gilt HHLA als Kandidat für eine Aufnahme in den Nebenwerte-Index MDax. HHLA-Aktien werden an den Börsen in Frankfurt (Prime Standard) und Hamburg notiert.

Angeboten worden waren die 22 Millionen Aktien in einer Spanne von 43 bis 53 Euro. Doch schon vorbörslich hatte sich angesichts einer hohen Nachfrage abgezeichnet, dass die Titel zu einem hohen Preis platziert würden. Am letzten Tag der Zeichnungsfrist war der Titel am Graumarkt auf mehr als 59 Euro geklettert. Das Angebot sei mehrfach überzeichnet, hieß es am Markt. Mit den Einnahmen will die Hansestadt die Infrastruktur des weltweit achtgrößten Containerhafens ausbauen. Hafenbetreiber profitieren von steigenden Frachtraten, die boomenden Volkswirtschaften China und Indien treiben die Preise nach oben. Vor allem das habe Investoren angelockt, wie Händler sagten. „Die Story stimmt einfach. Es zeichnet sich ein Erfolg ab“, sagte Thorsten Peiffer von Lang & Schwarz.

Die 30 Prozent, die von Deutschlands größter Hafengesellschaft an die Börse gebracht werden sollen, haben dem Vernehmen nach großen Anklang bei Infrastrukturfonds gefunden. Doch auch viele Privatanleger wollen demnach am weiteren Wachstum des traditionsreichen Hafens teilhaben.

„Die Nachfrage hat noch einmal deutlich angezogen“, hatte Aktienhändler Thorsten Peiffer vom Wertpapierhandelshaus Lang & Schwarz am Donnerstagnachmittag erklärt. Dort hatten die Aktien in einer Spanne von 57,50 zu 59,00 Euro notiert, beim Handelshaus Schnigge wurden mit 57,00 bis 59,00 Euro waren ähnliche Kurse erreicht worden. Der außerbörsliche Handel gilt bei Experten als ein Indikator für die Nachfrage nach Neuemissionen. Anleger können hier Aktien handeln, die erst einige Tage später an den Markt kommen. Ein höherer Preis als die Angebotsspanne lasse darauf schließen, dass die Käufer von steigenden Kursen ausgehen. Kurzfristiges Potenzial sahen Marktteilnehmer bei der Aktie auch am Freitagmorgen. Mit der starken Überzeichnung könnten Fonds Stücke suchen, der Kurs könnte in den Bereich zwischen 55 und 60 Euro steigen, sagte ein Händler.

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