Angst vor Konsumschwäche
Analysten prügeln Metro

Der Handelsriese sah heute an der Börse sehr schlecht aus. Die Rezession scheint angekommen zu sein, vor allem in den bisherigen Wachstumsmärkten. Banken senken ihren Daumen über der Metro-Aktie.

FRANKFURT. Mit einem Minus von zeitweilig mehr als 16 Prozent führte Metro heute die Verliererliste im Dax an - am Ende waren es mehr als 12 Prozent. Die Aktie kann die Fülle an schlechten Nachrichten nicht verkraften: zuerst der Rückschlag beim Verkauf der Tochter Kaufhof, nun Berichte über einen akuten Konjunktureinbruch, gepaart mit negativen Expertenurteilen: "Metro knickt jetzt unter einer Last negativer Analystenstimmen ein", sagt ein Händler zum Kursrutsch. Schon den ganzen letzten Monat war die Aktie des deutschen Handelskonzerns auf Talfahrt. Insgesamt knapp 42 Prozent verloren Anleger mit dem Papier. Heute liegt sie nur noch bei knapp 22 Euro - im September waren es noch mehr als 40.

Beunruhigung über die Geschäftsentwicklung schürt vor allem ein Zeitungsbericht der "Financial Times Deutschland", der von einer Abkühlung der Konsumstimmung im Osteuropageschäft im Zuge der weltweiten Turbulenzen sprach - das würde Metro stark belasten. Das Großhandelsgeschäft in Osteuropa ist der Wachstumstreiber der Metro, womit der Düsseldorfer Handelskonzern das schwierige Geschäft in der Heimat und das zum Teil problematische Marktumfeld in Westeuropa kompensieren kann. Im ersten Halbjahr wuchs Cash & Carry in Osteuropa um 14,4 Prozent. In Deutschland war der Umsatz von Cash & Carry rückläufig, weil nur noch die Lebensmittelsparte wuchs.

Konzern-Chef Eckard Cordes hatte kürzlich in einem Interview von einer nicht zufriedenstellenden Ergebnisentwicklung gesprochen. Um gegenzusteuern, hat sich Cordes bereits im Frühjahr Berater von McKinsey ins Haus geholt. Unter anderem mit der Streichung Hunderter Stellen sollen die Großverbrauchermärkte wieder in die Spur gebracht werden. Der Gewerkschaft Verdi zufolge stehen 1 200 Vollzeitarbeitsstellen zur Disposition. Künftig sollen sich die Märkte wieder auf die Kernkunden Hotels, Gastronomie und Catering konzentrieren. Ein Testbetrieb für einen Lieferservice läuft, das Sortiment wird überprüft.

Sollte das dritte Quartal tatsächlich schlecht ausgefallen sein, fürchten die Experten um das wichtige Geschäft im vierten Quartal. Das ist gewöhnlich das wichtigste für Metro, da in diesem Zeitraum rund 60 Prozent des Ebit erwirtschaftet werden.

Analysten senken deshalb den Daumen. Die Société Générale änderte ihre Empfehlung von "hold" auf "sell". Eine Gewinnwarnung sei unausweichlich, hieß es. Auch das avisierte Ziel eines Ebit-Wachstums im laufenden Jahr von sechs bis acht Prozent sei zu ambitioniert. Eine ganze Reihe von Analysten - darunter Morgan Stanley, Citigroup, Unicredit und Merck Finck & Co - schlossen sich dem Pessimismus an und senkten ihre Kursziele.

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