Anlage „Dividenden sind die bessere Miete“

Heute wurden in Frankfurt die Unternehmen gekürt, die ihren Aktionären am verlässlichsten eine Dividende zahlen. Doch Ausschüttung allein macht es nicht. Worauf Anleger beim Investieren achten sollten.
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In diesem Jahr schütteten die Unternehmen besonders viel Geld an ihre Aktionäre aus. Quelle: Imago
Bonbon in Hundert-Euro-Schein eingewickelt

In diesem Jahr schütteten die Unternehmen besonders viel Geld an ihre Aktionäre aus.

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FrankfurtAdel verpflichtet – und zwar zum Zahlen einer Dividende. In den Stand der Dividenden-Aristokraten werden in den USA solche Unternehmen erhoben, die mindestens 25 Jahre in Folge ihre Gewinnausschüttung angehoben haben. In Deutschland gibt es solche Unternehmen nicht, doch die neue Dividendenstudie der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) zeigt, dass sich die Ausschüttungen hierzulande trotzdem auf einem Rekordniveau befinden. Zum zweiten Mal in Folge werden die Gesellschaften in diesem Jahr deutlich mehr als 40 Milliarden Euro an ihre Anteilseigner ausschütten.

An diesem Mittwoch haben die Aktionärsschützer gemeinsam mit der Research-Plattform „DividendenAdel“ ihre aktuelle Auswertung in Frankfurt präsentiert. Die genaue Summe der Gesamtausschüttung steht noch nicht fest, da Volkswagen seine Dividende noch nicht bekannt gegeben hat. Schon jetzt ist aber sicher, dass es insgesamt mehr als 40 Milliarden Euro sein werden - und das, obwohl von RWE und der Deutschen Bank in diesem Jahr keine Zahlungen kommen.

Das sind die besten Dividendenzahler
Platz 11: Hornbach Holding
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Seit 25 Jahren hat die Hornbach Holding AG die Dividende nicht gesenkt. Das durchschnittliche jährliche Dividendenwachstum der Dachgesellschaft für die operativ tätigen Gesellschaften Hornbach-Baumarkt-AG, Hornbach Immobilien AG und Hornbach Baustoff Union GmbH beträgt aktuell 3,9 Prozent.

Platz 10: Rheinland Holding
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Die Rheinland Holding schafft es in der Studie auf Platz 10. Ihr durchschnittliches Dividendenwachstum beträgt 4,4 Prozent pro Jahr. Die Rheinland Holding AG betreibt selbst kein eigenes Versicherungsgeschäft, sondern bildet die Dachgesellschaft für drei Versicherungszweige, die sich auf unterschiedliche Vertriebswege, Produkte und Zielgruppen spezialisieren.

Platz 9: Mainova
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Die Mainova AG gehört zu den größten regionalen Energieversorgern in Deutschland. Im Ranking schafft sie es mit einem durchschnittlichen Dividendenwachstum von 5,1 Prozent pro Jahr auf Platz 9.

Platz 8: Paul Hartmann
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Die Paul Hartmann AG produziert und vertreibt Medizin- und Pflegeprodukte. Ihre Dividende wächst pro Jahr durchschnittlich um 6,8 Prozent.

Platz 7: Beiersdorf
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Das durchschnittliche jährliche Wachstum der Dividende der Beiersdorf AG beträgt acht Prozent. Das reicht in der Studie für den siebten Platz. Zu der Beiersdorf AG gehören unter anderem Marken wie Nivea, Labello, Tesa und Hansaplast.

Platz 6: Siemens
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Siemens verpasst knapp die Top Fünf im Ranking. Mit 8,6 Prozent durchschnittlichem Dividendenwachstum pro Jahr gibt es für den Technologiekonzern nur Platz sechs.

Platz 5: Gelsenwasser
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Die Gelsenwasser AG ist eines der größten Trinkwasserversorgungsunternehmen Deutschlands. Ihr durchschnittliches jährliches Dividendenwachstum beträgt 8,9 Prozent.

„Das ist ein klares Indiz für einen in der Breite spektakulär guten Dividendenjahrgang“, sagt Studienautor Christian Röhl. So hätten MDax, SDax und TecDax neue Ausschüttungsrekorde aufgestellt. Insgesamt stockten fast zwei Drittel der Unternehmen in den in den Auswahl-Indices ihre Ausschüttung auf. In der Studie wurden alle Gesellschaften untersucht, die im regulierten deutschen Aktienmarkt notiert sind.

Sind Dividenden tatsächlich die neuen Zinsen? Röhl gefällt der Vergleich nicht. „Dividenden sind die bessere Miete“, sagt er. „Wie Immobilien sind Aktien keine Spekulation, sondern Sachwerte, die laufende Erträge generieren und auf lange Sicht an Wert gewinnen.“ Anlegern empfiehlt er, die kurzfristige Kursentwicklung auszublenden, schließlich würden auch Vermieter nicht ständig über den Verkaufspreis ihres Hauses nachdenken. Solange die Dividende gezahlt werde, müssten sich die Anleger um die Kursentwicklung keine Sorgen machen. Doch, wenn die Ausschüttungen gekürzt würden oder ausfielen, sollte das als Warnsignal gewertet werden – das habe beispielsweise die Entwicklung bei RWE gezeigt.

Die Studienautoren haben die Dividendenzahler in verschiedene Rubriken aufgeteilt. Da gibt es etwa die „Adelsanwärter“, die ihre Dividende immer erhöht haben. Dieses Ranking führt Fresenius an. Mit 24 Dividendenerhöhungen in Folge ist das Unternehmen schon nahe dran, ein echter Aristokrat nach amerikanischer Definition zu werden. Danach folgen Fresenius Medical Care (19 Jahre), Fuchs Petrolub (14 Jahre) und STRATEC Biomedical (13 Jahre). Immerhin elf Gesellschaften haben ihre Dividende seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr gekürzt – sie werden in der Studie die„ Zuverlässigen“ genannt. Dazu gehören SAP, die Münchener Rück und Henkel.

Als „wahren Dividendenregen“ bezeichnete DSW-Chef Marc Tüngler die Ausschüttungen der Unternehmen. Schade nur, dass sehr viele deutsche Anleger davon nichts abbekommen. Denn rund 64 Prozent der Dax-Gesellschaften gehören ausländischen Investoren.

„Von den rund 30,1 Milliarden Euro, die die 30 größten deutschen AGs an ihre Anteilseigner ausschütten, landen im Durchschnitt mehr als 19 Milliarden Euro nicht in den Portemonnaies deutscher Anleger“, sagt Tüngler. Die deutschen Anleger hätten anscheinend kein Vertrauen in die deutsche Wirtschaft.

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12 Kommentare zu "Anlage: „Dividenden sind die bessere Miete“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Da ich nicht in Aktien investiere kann ich auch keine Verluste haben. Ich beobachte den Markt länger und habe mir die "hätte ich investiert Gewinn/Verluste" immer im Blick. Das Chance-Risiko Verhältniss ist miserabel.

    Die Immobilien sind bis 2008 kaum gestiegen und die Bubble die 2008 begann wird bald platzen. Die Höchstkurse haben wir schon gesehen.

    Der DAX Kursindex (Mogeldax sieht auch nicht blendend aus) liegt seit 15 Jahren immer noch bei ca. 5000. Klar kann ich mir die Tiefs und Hochs schönrechnen aber wer kauft immer zu Tiefstkurse und verkauft zu Höchstkurse.

    Aber die besten Jahre für Aktien und Immobilien kommen erst noch. LOL

    Wer zuletzt lacht lacht immer am besten.

  • DAIMLER-HAUPTVERSAMMLUNG
    Polizei muss wegen Streit um Würstchen anrücken.
    Was die Kapital-Ertragsteuer doch aus dem verarmten Aktionär macht, sogar die "Wurscht"muß man organisieren. Mit einer Briefkasten-Firma wäre das nicht passiert.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Ach herrlich, hier weiß natürlich jeder am besten Bescheid. Aber am besten gefällt mir Herr Schmidt. "Tatsache ist dass die wenigsten Immobilienbesitzer oder Aktieninvestoren Gewinn machen."
    Wenn das so ne Tatsache ist, dann können sie das ja sicherlich mit Zahlen und Quellen unterfüttern. Sorry wenn ich sowas lese kann ich nur lauthals Lachen. Nur weil sie persönliche Mißerfolge hatten und frustriert sind über ihre abgestürzten RWE, heißt das noch lange nicht, dass die Mehrheit der Aktieninvestoren keinen Gewinn macht. Hauptsache man hat seinen Senf dazugegeben...

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Genau so isses. RWE, EON, DB und die Liste kann man so weiter fortführen, alles ehemalige Dividendenkönige im DAX. Sie werden ihre hohen Kurse nie mehr wiedersehen. Die Kohle ist futsch, aber hey man hat einige Jahre tolle Dividendenrendite gehabt und kann seinen Enkeln erzählen wie erfolgreich man war.

    Auch bei Immobilien vergessen viele die Steuern, Rückstellungen, Reparaturen usw. Was man für die Immobilie noch bekommt weiß man erst beim Verkauf. Die Risiken der Gesetzgebung bzgl. Wärmedämmung bei der Fassadenrenovierung und Energieverbrauch unterschätzen viele noch.

    Bis dahin kann sich jeder schön reich rechnen mit seiner Dividendenrendite oder Mietrendite. Tatsache ist dass die wenigsten Immobilienbesitzer oder Aktieninvestoren Gewinn machen. Und diese machen nur Gewinn weil sie die richtigen Aktien billig eingekauft haben.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Leider leichter Widerspruch, obschon ich auch Aktien mit Dividendenrenditen von 5 % besitze. ( Daimler, Allianz ). Mein privates Immobilienportfolio erwirtschaftet Renditen von 5 bis 11 %. Beispiele: Kaufpreis 44.000 Euro, Nettokaltmiete 400,-/pa. 4800,- / 10,9 % Rendite in Köln. Kaufpreis 65.000,- Nettokaltmiete 420,-/ 7,75 % Rendite in Köln. Gelsenkirchen Kaufpreis 45000,- Kaltmiete p.a. 5148,-/11,4 %
    Rendite. Die Liste kann ich beliebig fortsetzen. Ergebnis: die Mischung aus Aktien und Immobilien machts.......

  • Was nutzen einem Dividenden, wenn der Kurs 30 % fällt ?

    Buffett sagt: Bargeld unter die Matratze !

    Wer am Ende der Aufwärtsbewegung noch kauft ... selber Schuld.

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