Anlagestrategie

Aktien mit Aufholpotenzial

Mit einigen Papiere aus der zweiten Reihe kann Ihr Depot richtig durchstarten. Die vielversprechendsten Industriewerte überzeugen mit Substanz und guten Chancen, etwa in den Branchen Stahl, Kunststoffe oder Solartechnik.
Mit bestimmten Aktien kann ihr Depot richtig durchstarten. Quelle: AFP
Bis es raucht

Mit bestimmten Aktien kann ihr Depot richtig durchstarten.

(Foto: AFP)

Bekannte Börsenschwergewichte, auch Blue Chips genannt, sind sicher und auch für risikoscheue Anleger geeignet. Die weniger bekannten Nebenwerte hingegen sollten nur erfahrenere Investoren kaufen. So steht es in vielen schlauen Büchern mit Titeln wie „Börse für Einsteiger“. Wer sich auf den Rat verließ und als Einsteiger vor einem Jahr zu gleichen Teilen Aktien von Volkswagen, RWE und Eon gekauft hat, immerhin allesamt im Dax vertreten, hat bislang gut die Hälfte seines Geldes verbrannt. Größe und Bekanntheit bieten also keine Anti-Verlust-Garantie. Während der Dax auf Jahressicht Anlegern inklusive Dividenden nur 0,3 Prozent Ertrag gebracht hat, stehen die Indizes der mittelgroßen und kleineren Börsenwerte, MDax und SDax, noch knapp 20 Prozent im Plus.

Also einfach die Aktien ein paar kleiner, unbekannter Unternehmen kaufen? So simpel ist es nicht. Mittlerweile sind die im MDax und SDax vertretenen Werte relativ teuer, zumindest wenn man die Kurse in Relation zu den für dieses Jahr erwarteten Gewinnen, den Dividenden oder auch dem Wert des bilanzierten Vermögens setzt. Anleger trauen den Unternehmen der zweiten Reihe also viel Wachstum zu. Enttäuschen sie, drohen Kursrückschläge. Die „WirtschaftsWoche“ hat daher gezielt nach zurückgebliebenen Nebenwerten gesucht, deren Kurse sich über einen längeren Zeitraum schlechter als die Börse insgesamt entwickelten, die nun aber Chancen für die Zukunft bieten. Im Anschluss an die rein am Kurs orientierte Vorauswahl der Aktien haben wir die Unternehmen durchleuchtet.

Die fallenden Messer des Aktienmarkts

INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006231004
Börse
Xetra

+0,09 +0,38%
+24,06€
Chart von INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Flop 20: Infineon
1 von 20

Der deutsche Chipbauer hat nach jahrelanger Talfahrt wieder den Weg nach oben gefunden. Doch im Sommer musste Infineon eine Schwächephase hinnehmen. Über 14 Prozent gaben die Papiere in den vergangenen drei Monaten nach. Damit verloren die Aktien einen Großteil ihres Gewinns des laufenden Jahres. Seit dem 1. Januar liegen die Papiere nur noch 10,5 Prozent im Plus.

Kursentwicklung (drei Monate): - 14,3 Prozent

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
Xetra

-0,03 -0,21%
+13,13€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Flop 19: Commerzbank
2 von 20

Das Polen-Geschäft macht der Commerzbank Sorgen. Auf die polnische Tochter mBank könnten im Zusammenhang mit Fremdwährungskrediten erhebliche Kosten zukommen. Einem Bericht der Zeitung „Dziennik Gazeta Prawna“ zufolge will Polens Staatspräsident Andrzej Duda nach den Parlamentswahlen den Abgeordneten ein Gesetz zur Umwandlung von Fremdwährungskrediten vorlegen. Insgesamt könnte den Geldhäusern, die Fremdwährungskredite vergeben haben, Wechselkursverluste im Volumen von umgerechnet 5,2 Milliarden Euro aufgebrummt werden.

Kursentwicklung: - 15,5 Prozent

LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005470405
Börse
Xetra

+0,22 +0,30%
+72,42€
Chart von LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Flop 18: Lanxess
3 von 20

Das Dax-Abenteuer ist nach gerade einmal drei Jahren schon wieder vorbei. Der Spezialchemiekonzern Lanxess wurde im September wieder in den MDax degradiert. Für Lanxess kam der Immobilienkonzern Vonovia in den Dax. Für Belastung sorgen konjunkturelle Störfeuer in China und den Schwellenländern. Seine Ziele will Lanxess im laufenden Jahr dennoch erfüllen.

Kursentwicklung: - 16,0 Prozent

SYNGENTA AG NAM.-AKTIEN SF 0,10

WKN
ISIN
CH0011037469
Börse
Xetra

+1,50 +0,38%
0,00€
Chart von SYNGENTA AG NAM.-AKTIEN SF 0,10
Flop 17: Syngenta
4 von 20

Das Management des weltgrößten Herstellers von Pflanzenschutzmitteln steht nach der geplatzten Übernahme durch Monsanto stark unter Druck. Der Saatgut- und Genpflanzen-Hersteller aus St. Louis wollte 470 Franken je Aktie oder insgesamt mehr als 40 Milliarden Dollar auf den Tisch legen, war damit bei der Syngenta-Spitze aber abgeblitzt und hatte nach monatelangem Gezerre schließlich das Handtuch geworfen. Das Schweizer Unternehmen will unter anderem mit der Veräußerung von Geschäften und einem milliardenschweren Aktienrückkauf die Gunst der Anleger zurückgewinnen – bisher ohne großen Erfolg.

Kursentwicklung: - 16,7 Prozent

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
Xetra

+0,07 +0,07%
+93,98€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Flop 16: BASF
5 von 20

Die BASF-Tochter Wintershall hat mit dem russischen Gas-Riesen Gazprom einen Milliardendeal abgeschlossen. Geholfen hat es den Aktien von BASF jedoch nicht. In den vergangenen drei Monaten rauschten die Papiere fast 18 Prozent ins Minus. Die Kasseler BASF-Tochter Wintershall wird ihre Beteiligung an dem bislang gemeinsam betriebenen Gashandels- und Gasspeichergeschäft wie ursprünglich geplant vollständig an die Russen abgeben. Im Gegenzug soll BASF mehr Anteile an großen Erdgasfeldern in Sibirien erhalten.

Kursentwicklung: - 17,7 Prozent

LINDE AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006483001
Börse
Xetra

+0,80 +0,42%
+190,30€
Chart von LINDE AG INHABER-AKTIEN O.N.
Flop 15: Linde
6 von 20

Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hat die Einstufung für Linde nach einer Investorenveranstaltung auf „buy“ mit einem Kursziel von 224 Euro belassen. Der Hersteller von Industriegasen und Anlagen sei gut positioniert, um von globalen Wachstumstrends in den Industrie- und den Schwellenländern zu profitieren, schrieb Analyst Nils-Peter Gehrmann in einer Studie. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn de Branche ist laut NordLB-Analyst Thorsten Strauß von erhebliche Umwälzungen geprägt.

Kursentwicklung: - 18,1 Prozent

RENAULT S.A. ACTIONS PORT. EO 3,81

WKN
ISIN
FR0000131906
Börse
Xetra

+0,75 +0,84%
+90,26€
Chart von RENAULT S.A. ACTIONS PORT. EO 3,81
Flop 14: Renault
7 von 20

Die Konjunkturschwäche in China bereitet vielen Autobauern Sorgen. Der Chef des französischen Autokonzerns Renault hingegen zeigt sich davon weitestgehend unbeeindruckt. „Wenn es einen Autobauer gibt, dem die Situation in China keine Sorgen bereitet, dann sind wir es“, sagte Konzernchef Carlos Ghosn der Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“. Die Anleger scheinen anderer Meinung zu sein. In den Sommermonaten rutschten die Renault-Aktien deutlich ins Minus.

Kursentwicklung: - 18,4 Prozent

Die Vorauswahl orientiert sich an der Kursentwicklung der vergangenen fünf Jahre – also von September 2010 bis September 2015 –, in denen die Börse sich grundsätzlich gut entwickelt hat. Betrachtet man die Kursentwicklung seit September 2011, 2012, 2013 oder 2014, schneidet etwa Stahlproduzent Salzgitter stets schlechter als der Dax ab. Das allein wäre kein Kaufargument. Doch die Aktie hat ihren Rückstand Jahr für Jahr verringert. Solarproduzent SMA Solar hingegen hat den Dax im vergangenen Jahr bereits geschlagen, hat sich vorher aber, jeweils von September bis September, schlechter als der Markt entwickelt. Auch die übrigen vorgestellten Werte haben den Markt über zwölf Monate schon getoppt, waren aber vor vier, vor drei und vor zwei Jahren jeweils schlechter gelaufen. Haben diese Unternehmen das Zeug, den Markt nun dauerhaft abzuhängen? Unsere Detailanalyse liefert Antworten.

Thyssen-Krupp, Salzgitter und SMA Solar
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