Anlagestrategie: Deutsche Aktien profitieren vom starken Dollar

Anlagestrategie
Deutsche Aktien profitieren vom starken Dollar

Steigt der Dollar, freuen sich die exportstarken deutschen Firmen. Anleger können das ausnutzen. Wir zeigen, welche Aktien steigen, wenn der Dollar steigt.
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FrankfurtEs sind Aussagen wie die von Jim O'Neill. "Wir erwarten weiterhin einen schwächeren Euro vor dem Hintergrund zyklischer Schwäche des Euro-Raums und der momentanen Haltung der EZB", sagt der oberste Anlagestratege der US-Bank Goldman Sachs in Europa. Der Euro, der seit Anfang Mai bereits sieben Cent gegenüber dem US-Dollar verloren hat und mittlerweile nur noch knapp über 1,25 Dollar notiert, dürfte demnach weiter an Boden verlieren. Marken von 1,20, 1,15 oder gar 1,10 Dollar werden von Experten bereits genannt.

"Auch die europäischen Aktien sind im Moment im Würgegriff der Euro-Krise", sagt Lorne Campbell, der Leiter des Aktienbereichs für Deutschland und Österreich bei Credit Suisse. Da nützt es auch nichts, dass die fundamentale Lage der Unternehmen vielfach deutlich besser ist, als dies die Börse im Moment abbildet.

Doch es gibt langfristig wie in jeder Krise auch Gewinner. In diesem Fall sind es Aktien von Unternehmen, die einen Großteil ihrer Produkte in Dollar verkaufen, die aber auf der Gegenseite nur geringe Kosten auf Dollarbasis haben.

Die deutschen Automobilhersteller Porsche und BMW gehören dazu, aber auch Dax-Konzerne wie SAP oder Siemens. Ebenso stehen der französische Luxusgüter-Produzent LVMH und der Luftfahrtkonzern EADS ganz oben auf der Liste der Profiteure. Denen könnte die aktuelle Dollaraufwertung einen unverhofften Bilanzgewinn bescheren, schätzen Experten. Beispiel EADS: 75 Prozent des Umsatzes macht der europäische Luftfahrtkonzern im Dollarraum, aber nur 28 Prozent der Kosten fallen dort an. Ein solch optimales Verhältnis bietet kein anderes der von Credit Suisse untersuchten Unternehmen.

Einziger Haken für Anleger: Die EADS-Aktie ist durch den deutlichen Kursanstieg im vergangenen halben Jahr nicht mehr ganz günstig, auch wenn der Kurs in den letzten Wochen etwas zurückgekommen ist. Trotzdem scheint ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 19 für das laufende und knapp elf für das kommende Jahr nicht überteuert. Gerade erst hat das Unternehmen noch einmal anziehende Auftragseingänge vermeldet und zudem die Gewinnprognose angehoben. "Der Auftragsbestand ist die wichtigste Grundlage für das künftige Wachstum", sagt Analyst Heino Hammann von der NordLB. Die positiven Auswirkungen durch die Euro-Schwäche werden allerdings erst in den kommenden Quartalen zu spüren sein.

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Siemens trotzt US-Konkurrenz

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