Anlagestrategie: Die heimlichen Dividendenkönige

Anlagestrategie
Die heimlichen Dividendenkönige

Sie sind längst nicht so bekannt wie die großen Dax-Konzerne. Aber das muss kein Nachteil sein. Viele kleine Unternehmen sind verlässlichere Dividendenzahler als die großen. Wir stellen die wahren Stars vor.
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FrankfurtAn den Börsen geht es wieder ruppiger zu. Der Dax ist auf den tiefsten Stand des Jahres zurückgefallen. Die Hoffnung auf Kursgewinne schwindet. Umso wichtiger werden stabile Erträge: Dividenden.

Die besten Dividendenaktien sind allerdings nicht die, die jeder kennt. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und das Deutsche Institut für Portfolio-Strategien (dips) haben untersucht, welche Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren verlässlich gezahlt haben. Ergebnis: Nicht die großen Namen schneiden am besten ab, auch nicht die Firmen mit den höchsten Dividendenrenditen.

Die heimlichen Dividendenstars finden sich im MDax oder SDax: Stratec Biomedical, Fuchs Petrolub, Fielmann oder Axel Springer. Die verlässlichsten Zahler im Dax sind Fresenius, Fresenius Medical Care und Munich Re.

„Anleger sollten sich auch abseits der großen Indizes umschauen. Dort ist die eine oder andere interessante Dividendenstory zu finden“, sagt Christian Röhl, Fachbeiratsvorsitzender des dips und Autor der Studie. Er nennt etwa Generali Deutschland, Audi oder Atoss Software. Diese Aktien sind in keinem großen Index vertreten. Der Handel ist nicht sonderlich liquide, was große Investoren abschreckt. Für Privatanleger aber könnten sie wegen stabiler Dividenden einen Blick wert sein.

Den steilsten Anstieg in den vergangenen zehn Jahren weist der Biotech-Konzern Stratec auf. Das Unternehmen hat die Dividende im Schnitt jedes Jahr um rund 40 Prozent erhöht. Im gleichen Zeitraum stieg der Kurs von knapp einem Euro auf 40 Euro. Das erklärt, warum die Dividendenrendite – also das Verhältnis von Dividende je Aktie zu Aktienkurs – vergleichsweise niedrig ausfällt.

Allerdings sind die Erwartungen nach dem schnellen Wachstum inzwischen so hoch, dass es zunehmend schwer wird, sie zu erfüllen. Er habe mehr von Stratec erwartet, schrieb Daniel Wendorff, Analyst der Commerzbank, über die Zahlen für das Geschäftsjahr 2012. Enttäuscht habe auch die vorgeschlagene Dividende.

Zu den Klassikern unter den deutschen Dividendenwerten zählt inzwischen Fuchs Petrolub. Der Schmierstoffhersteller ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Das Unternehmen verfügt über hohe Barmittel. Einen Teil davon schüttet es kontinuierlich an die Anteilseigner aus, im Schnitt erhöhte sich die Dividende pro Jahr um 25 Prozent. Analysten loben das solide Geschäftsmodell. Allerdings stellt sich auch hier die Frage: Wie lange kann Fuchs das Tempo so hochhalten?

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  • Erstmal vielen Dank für das Beleuchten der (zunehmenden) Wichtigkeit der Dividende für Anleger. Abgesehen von dem Verkaufs-Blabla der Fondsmanager gefällt mir sogar der Blickwinkel, den der Artikel auf die Dividendenpolitik in Deutschland wirft.

    Der Vergleich zum Ausland - und hier hätte man auch schon Grossbritannien oder die Schweiz als Beispiele nehmen können - hinkt insofern, dass es a) in Deutschland keine wirkliche Aktienkultur gibt und b) in fast allen anderen Ländern steuerliche Vorteile für Anleger in Dividendentitel bestehen. In den USA z.B. werden Zinseinnahmen höher besteuert als die Einnahme aus Dividenden. Somit werden diese wichtiger Bestandteil der Altersvorsorge und stellen ein (zusätzliches) passives Einkommen dar. Dividenden und die Zahlungsmoral der Unternehmen rücken somit stärker in den Fokus bei der Auswahl der Aktien.

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