Anlagestrategie
Mit diesen Aktien überstehen Sie den Sturm

Aktien sind riskant, Anleihen sicher - das galt früher einmal. In der Schuldenkrise sind solide Unternehmen vertrauenswürdiger als mancher Staat. Welche Aktien gut durch die Krise kommen.
  • 8

DüsseldorfFrüher war die Welt einfach. Sobald die ersten Anzeichen einer Krise aufzogen, war der Reflex immer derselbe: Raus aus Aktien, rein in Anleihen. Zinspapiere versprachen Sicherheit. Doch das funktioniert nicht mehr.

Wir stecken mitten in einer Staatsschuldenkrise - Staatsanleihen sind nicht mehr sicher.

Nicht nur im Fall Griechenland sind Zweifel angebracht, ob die angehäuften Schulden jemals wieder zurückgezahlt werden. Einzig auf deutsche Bundesanleihen vertrauen die Investoren noch. Aber deren Rendite gleicht nicht einmal die Inflation aus.

Das heißt im Umkehrschluss: Anleger müssen stärker auf Aktien setzen. Die Anteilsscheine von soliden Unternehmen erscheinen sicherer, als die Anleihe eines Schuldenstaates. „Bei der Suche nach sicheren Häfen zur Geldanlage kommen Anleger mangels Alternativen nicht an niedrig bewerteten Aktien mit sicherer hoher Dividendenausschüttung vorbei“, sagt Jens Ehrhardt, Vermögensverwalter aus München.

Bei einem Euro-Crash oder einer Weltwirtschaftskrise würde es zwar auch die Aktienmärkte mitreißen. Doch wer die richtigen Papiere auswählt, kann den Sturm vergleichsweise gut überstehen – und im nächsten Aufschwung wieder verdienen.

Drei Kriterien sind bei der Auswahl der Krisenaktien entscheidend:

1. Das Unternehmen sollte den Großteil seines Umsatzes außerhalb der Euro-Zone machen. „Das ist derzeit vermutlich das wichtigste Argument“, sagt Markus Wallner, Anlagestratege bei der Commerzbank.

2. Das Unternehmen sollte unabhängig vom Zugriff des Staates sein.

3. Das Unternehmen sollte ein leicht verständliches, überzeugendes Geschäftsmodell haben.  Es sollte einen guten Namen, also starke Marken haben, die jedes Kind in aller Welt kennt.

Für viele deutsche Konzerne ist Europa nach wie vor der Schlüsselmarkt. Die Dax-Unternehmen erwirtschaften nach Berechnungen der Commerzbank rund 60 Prozent ihrer Erträge innerhalb der Euro-Zone  - 31 Prozent in Deutschland, 29 Prozent in den übrigen Euro-Ländern.

Nichtsdestotrotz haben viele Unternehmen in den letzten Jahren ihr Geschäft außerhalb von Europa stark ausgebaut. Diese Konzerne sollten Anleger vor allem im Blick haben.

Der Dialyse-Geräte-Hersteller Fresenius Medical Care (FMC) etwa macht mehr als 81 Prozent seines Umsatzes außerhalb Europas, überwiegend in den USA. Konzernmutter Fresenius kommt immerhin auf 60 Prozent. Das gleiche gilt für den Softwarehersteller SAP und  Sportartikel-Konzern Adidas. Linde, Bayer und Daimler verkaufen immerhin die Hälfte ihrer Produkte außerhalb Europas.

Der Umsatz allein macht aber noch nicht glücklich. Wichtig ist, dass auch die Gewinne stimmen. So macht zwar die Deutsche Telekom knapp die Hälfte ihres Umsatzes in Übersee. Der Anteil des Gewinns liegt allerdings unter 20 Prozent. Seit Jahren hat der Bonner Konzern Probleme mit seiner US-Tochter. FMC dagegen kommt auf einen Gewinnanteil von knapp 80 Prozent, also knapp unter dem Umsatzanteil. Autobauer Daimler macht  bei einem Umsatz von 54 Prozent sogar fast 70 Prozent seines Gewinns außerhalb des Euroraums.

Seite 1:

Mit diesen Aktien überstehen Sie den Sturm

Seite 2:

Wo der Staat reinregiert

Seite 3:

Starke Marken, starke Marktmacht

Kommentare zu " Anlagestrategie: Mit diesen Aktien überstehen Sie den Sturm"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Da bin ich ganz relaxed. Zum Glück hab ich mehr Gold als Körpergewicht. Eine universelle Welt-/Ersatzwährung.
    Damit bin ich überall auf dem Globus willkommen !

  • Ja, wenn man immer genau weiß, welche steigen, dann ist das ja gar kein Problem ;-)

  • Also Moment mal, da kommt ja EDELMETALL raus!!!!!
    Das geht ja gar nicht. Auf keinen Fall.
    Vergessen Sie Gold und Silber! Nur Dummköpfe kaufen welches. China und Indien sind besonders dumm und kaufen jährlich die halbe Weltjahresproduktion weg ;-)

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%