Anleger dürften sich weiter zurückhalten
Dax-Ausblick: Auf Messers Schneide

Auch in der kommenden Woche werden sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt nach Einschätzung von Experten weiter zurückhalten. Gute Unternehmensdaten werden nicht wahrgenommen, enttäuschende Konjunkturdaten dagegen hochgespielt - kein Cocktail, um die Börse nach oben zu bringen.

HB FRANKFURT. Nach den jüngsten enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA warteten die Investoren auf Hinweise auf die künftige Tendenz des Deutschen Aktienindex, sagten Börsianer. Aus Sentiment-Sicht ist der Boden nicht erreicht. „Der Markt steht im Moment auf Messers Schneide. Konjunkturdaten wie der US-Einkaufsmanagerindex dürften die Richtung weisen“, sagt Steffen Neumann, Aktienstratege bei der Landesbank Rheinland-Pfalz.

Vorsichtig äußert sich Markus Reinwand, Marktanalyst bei der Helaba. Der Markt bleibe angeschlagen. „Nach der Stimmungswende hat man kalte Füße bekommen. Die Investoren reduzieren ihre Aktienquote, und dieser Prozess dürfte anhalten. Es ist daher angezeigt, vorsichtig zu agieren und das Pulver trocken zu halten“, sagt er. Am kommenden Donnerstag wegen Christi Himmelfahrt in einigen europäischen Ländern wie etwa der Schweiz und Österreich nicht gehandelt. In Deutschland ist die Börse geöffnet.

In der abgelaufenen Woche hat der Dax ein halbes Prozent verloren. Die Verluste seit Monatsbeginn fallen dagegen deutlicher aus: Im April hat der Leitindex mehr als drei Prozent an Wert eingebüßt. Nach der Börsenweisheit „Sell in May and go away“ dürften die Vorzeichen für den Mai also eher schlecht stehen. Frank Schallenberger, Aktienstratege bei der Landesbank Baden-Württemberg, verweist aber darauf, dass die Historie das schlechte Image des Monats Mai nicht stütze. „Seit dem Dax-Start Anfang 1988 brachte der Mai immerhin durchschnittliche Kursgewinne von 0,7 %“, sagt Schallenberger. Auch sein Kollege Günter Senftleben ist auf längere Sicht positiv eingestellt. „Derzeit haben wir einen kleinen Durchhänger. Aber wenn die Stimmungsindikatoren wieder besser werden, dann könnte das ein Signal für die Aktienmärkte sein.

Reihe von Konzernen legen Zahlen vor

Eine ganze Reihe von Konzernen legt in der kommenden Woche Geschäftszahlen vor, darunter die Deutsche Börse, Adidas-Salomon (beide Montag), Commerzbank, Metro, Henkel, BMW (alle Dienstag), FMC, Continental und Linde (Mittwoch). „Die Zahlen dürften sich so zeigen wie schon in dieser Woche: einige besser, einige schlechter“, prognostizierte Senftleben. „Der Einfluss auf den Markt dürfte daher eher beschränkt sein.“

Unterstützung von der Konjunkturseite zeichnet sich bislang nicht ab. Bis auf einen Indikator hatten hier sämtliche Barometer enttäuscht. Die überraschenden Einbrüche der vorlaufenden Indikatoren von ZEW, Ifo und GfK wurden weltweit ergänzt von schwächeren US-Verbraucherstimmungen und schlechten US-Auftragseingängen. Die Entspannung beim Ölpreis wird hingegen nur als kurzfristige Pause betrachtet. Lediglich die Inflationsseite scheint weiterhin unter Kontrolle.

Viele Investoren wollten die US-Konjunkturdaten und die Fed-Sitzung abwarten, nachdem zuletzt Zinsängste und Wachstumszweifel an den Märkten gespielt wurden, sagte Marktstratege Reinwand. Börsianer rechnen mit einer Anhebung des US-Leitzinses durch die Notenbank Fed am Dienstag um 25 Basispunkte auf 3,00 %. Gespannt dürften Börsianer vor allem auf die anschließende Begründung warten. „Die Gefahr einer Beschleunigung der Zinserhöhungen dürfte nach den zuletzt eher schwachen US-Konjunkturdaten gebannt sein“, sagte Experte Senftleben.

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