Anlegerinteresse an dem Börsengang der Suchmaschine ist offenbar gering
Google-Auktion im Internet beginnt

Der Börsengang des weltgrößten Internetsuchdienstes Google geht in die heiße Phase. Gestern Abend endete die Registrierungsphase. Wer an der Versteigerung der Google-Aktie im Internet teilnehmen will, musste bis dahin eine Bieter-Nummer beantragen.

tmo/HB NEW YORK. Wenige Stunden vor dem Ende der Registrierung hieß es aus Konsortialkreisen bereits, dass das eigentliche Emissionsverfahren womöglich schon in der Nacht zum heutigen Freitag beginnen werde, spätestens aber im Laufe des Tages. Laut Wall Street Journal wird die Auktion im Internet mindestens bis Dienstag nächster Woche dauern. Vermutlich werde der endgültige Ausgabepreis erst am Mittwoch oder Donnerstag fest stehen. „Während der Auktion können die Teilnehmer mehrfach ihre Gebote ändern“, sagte eine Beraterin von E-Trade Financial, einer der 28 Emissionsbanken von Google. Wie genau das bislang kaum erprobte Verfahren abläuft, blieb jedoch bis gestern im Dunklen.

Mittlerweile gibt es auch einen offiziellen Starttermin für die Aktien-Auktion. Alle Interessenten, die sich bis Donnerstagabend in den USA registrieren ließen, können nach Unternehmensangaben ab Freitag 9.00 Uhr (Ortszeit, 15.00 Uhr MESZ) für die Zuteilung von Aktien des Suchmaschinen-Betreibers mitbieten. Aus dem Auktionsverfahren wird dann der endgültige Ausgabepreis für die Papiere ermittelt. Dieser werde in der kommenden Woche bekannt gegeben, teilte Google am Donnerstag auf seiner Internetseite mit. Insgesamt sollen mit dem Börsengang 25,7 Mill. Aktien ausgegeben werden. Wie viele Bieter sich für die Auktion registriert haben, teilte Google nicht mit.

Mit einem Volumen von bis zu 3,5 Mrd. Dollar verspricht Google der größte je vollzogene Börsengang einer Internetfirma zu werden. Negative Medienberichte und mehrere Pannen dämpften jedoch das Anlegerinteresse. Für Kritik sorgt die äußerst spärlichen Informationen, die Google über den Börsengang und seine Zukunftspläne veröffentlicht. Zudem dämpfen der Termin des Börsengangs mitten in der Sommerpause und die hohe Preisspanne von 108 bis 135 Dollar je Aktie das Interesse der Privatanleger.

„Einige Investoren haben zwar nach Google-Aktien gefragt, aber alle sind wegen der schlechten Nachrichten wieder abgesprungen“, erzählt Privatkundenberater Steve Kartchner von der New Yorker Bank JP Morgan Chase. Auch der Internet-Datendienst Nielsen Netratings berichtete gestern, dass kurz vor Toresschluss nur wenige Privatanleger Googles Registrierungs- Webseite besuchten.

Mehrere Analysten und Fondsmanager halten Googles Bewertung jedoch für fair. So ermittelte Analyst Scott Kessler vom Researchdienst Standard & Poor's einen fairen Wert von 121 bis 127 Dollar je Aktie. Das liegt innerhalb der Preisspanne, die das Unternehmen selbst anstrebt.

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