Anleihen bleiben unbeliebt
Asset-Manager sehen Aktien skeptischer

Internationale Vermögensverwalter senken ihre Aktienquoten. Begründung: Die Profis sorgen sich um Wirtschaftswachstum und Firmengewinne.

rez/HB FRANKFURT/M. Inzwischen erwartet eine Mehrheit der mehr als 300 von Merrill Lynch monatlich befragten Fondsmanager, dass sich sowohl das globale Wachstum als auch die Gewinnprognosen in den kommenden zwölf Monaten verschlechtern. So pessimistisch zeigten sie sich zuletzt 2001.

„In den vergangenen zwei Monaten haben die Fondsmanager ihre fundamentalen Ansichten komplett geändert“, bestätigt David Bowers, Chef-Investmentstratege bei Merrill Lynch. Im Mai habe auch die Inflationsangst abgenommen, sagt er. Rechneten im April noch mehr als zwei Drittel der Befragten mit einer steigenden Inflationsrate in den kommenden zwölf Monaten, sind es nun noch 61 Prozent.

In der Folge haben die Fondsmanager ihre Aktienquoten weiter gesenkt: 54 Prozent der Befragten haben Aktien übergewichtet, im März waren es noch 68 Prozent. Nach Regionen sehen die Asset Manager US-Aktien nun weniger negativ, haben andererseits ihr Übergewicht in der Euro-Zone und Japan etwas zurückgefahren. Kritisch stehen die Fondsmanager inzwischen China gegenüber, für das mehr als 40 Prozent der Befragten eine Wachstumsabschwächung und die meisten steigende Inflation erwarten. Nach Sektoren favorisieren sie nun Pharma vor Verbrauchsgütern und Versorgern. Zyklische Titel aus Banken oder Industrie werden stark untergewichtet.

Trotz schwindender Inflationssorgen bleiben Anleihen unbeliebt. Noch immer halten 71 Prozent der Fondsmanager Bonds für zu teuer.

Pessimistisch sehen die Fondsmanager auch den Euro. Unter den Weltwährungen gilt er am stärksten überbewertet. Auch ein „Nein“ der Franzosen im Referendum zur EU-Verfassung werde dem Euro wie auch europäischen Aktien und Anleihen massiv schaden, meinen die Profis.

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