"Anleihen reizlos"
Deutsche Bank glaubt an Aktien

Trotz der Furcht vor einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums glaubt Klaus Martini, oberster Anlagestratege für Privatkunden bei der Deutschen Bank, dass sich die Kurse an den Aktienmärkten wieder erholen.

rez FRANKFURT. „Bei der jüngsten Korrektur der Aktienkurse handelt es sich um Gewinnmitnahmen, vor allem dort, wo die Kurse am stärksten gestiegen waren“, sagte Martini in Frankfurt. Bis zum Jahresende wird nach seiner Prognose der Deutsche Aktienindex (Dax) um neun Prozent, der Euro-Stoxx 50, der die Standardwerte im EuroRaum misst, um sieben Prozent, und der breit gefasste US-Index S&P 500 um elf Prozent zulegen.

Die meisten der vom Handelsblatt zuletzt befragten Banken rechnen auch mit steigenden Aktienkursen, viele zeigen sich ähnlich optimistisch wie die Deutsche Bank (Handelsblatt vom 2. Juli). Die Anleger sind allerdings deutlich skeptischer (Handelsblatt vom 11. Juli).

Nach den Sommermonaten dürften neue Zahlen zeigen, dass die Wachstumsdaten zumindest bis Mitte 2007 stimmten, sagte Martini. Weil die Volatilität (die Kursschwankungen) nicht mehr auf dem extrem niedrigen Niveau der vergangenen Jahre liege, werde das Geld der Anleger in große Unternehmen mit hoher Ertragskraft und starkem Unternehmenswachstum fließen. Gegen kleinere und mittelgroße Werte spreche deren relativ hohe Bewertung. Insgesamt seien Aktien im langfristigen Vergleich aber wieder unterdurchschnittlich bewertet. Martini rät zu Aktien aus den Sektoren Finanzen, Energie und Gesundheit.

Anleihen haben nach Ansicht der Deutschen Bank wenig Reiz. Die Renditen europäischer Anleihen dürften vorerst stabil bleiben. Kurzfristig werden die Inflationsrisiken nach Einschätzung der Deutschen Bank bestehen bleiben, vor allem in den USA, wo neben hohen Energiekosten steigende Mieten für Preisdruck sorgten. Mittelfristig sollten die Globalisierung und stagnierende Löhne die Inflation unter Kontrolle halten. Die Weltwirtschaft dürfte in diesem Jahr noch robust wachsen. Für das kommende Jahr erwartet Martini eine Abschwächung, aber keine Rezession.

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