Annington
Schönheitskur für Börsengang

Wer an die Börse will muss sich gut verkaufen können. Die Immobilen-Firma Annington weiß das - und präsentiert sich mit Umschuldungsplänen und einem Rekordergebnis.
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Düsseldorf

Die Börsennotierung der Wohnungsgesellschaft Deutsche Annington rückt näher. "Erst nachdem wir unsere Schulden refinanziert haben, können wir über den Börsengang reden", sagt Annington-Chef Wijnand Donkers. Zwar hat die Gesellschaft, die Fonds des britischen Finanzinvestors Terra Firma gehört, noch zwei Jahre Zeit Kredite in Höhe von 4,5 Milliarden Euro umzuschulden. Doch langjährige Beobachter sind davon überzeugt, dass dies früher geschehen wird. Immobilienaktienanalyst Frank Neumann vom Bankhaus Lampe, schließt deshalb nicht aus, dass die Bochumer noch in diesem Jahr auf dem Kurszettel erscheinen.

Annington wäre Deutschlands größte Wohnungsfirma an der Börse

Annington-Aktionäre wären dann an der größten börsennotierten Wohnungsgesellschaft in Deutschland beteiligt (s. Grafik). Die Gesellschaft vermietet 190 000 eigenen Wohnungen, die Hälfte davon in Nordrhein-Westfalen, und verwaltet 26 000 weitere für andere Gesellschaften. Den Verkehrswert der eigenen Gebäude beziffert Annington auf rund 9,9 Milliarden Euro. Dem stehen 8,7 Milliarden Euro Schulden gegenüber. Im vergangenen Jahr betrugen die Mieteinnahmen rund 740 Millionen Euro.

Die übrigen Finanzkennzahlen zeigen eine positive Tendenz. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte 2010 erstmals auf mehr als 500 Millionen Euro. Unterm Strich blieben 191 Millionen Euro übrig, 50 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Donkers legt Wert darauf, dass die Ergebnisverbesserung aus Produktivitätsfortschritten resultiert und nicht etwa aus sinkenden Instandhaltungsausgaben. Ein versteckter Seitenhieb auf die noch größte börsennotierte Wohnungsgesellschaft Gagfah. Die gibt Donkers zufolge im Jahr im Schnitt sechs Euro je Quadratmeter (qm) dafür aus, um ihre Wohnungen zu erhalten. Annington investiere 14 Euro/qm, die börsennotierte GSW und die LEG NRW lägen auf vergleichbarem Niveau. Gagfah ist eine Tochter des US-Finanzinvestors Fortress. Die LEG gehört Fonds der Goldman-Sachs-Tochter Whitehall. "Wir zahlen keine Dividende und tilgen dafür jedes Jahr", sagt Donkers und stellt damit einen weiteren Unterschied zur mehrfach wegen ihrer hohen Dividendenzahlungen kritisierten Gagfah heraus.

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