Apple: Jobs auf der Bühne, Kurs steigt

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Jobs auf der Bühne, Kurs steigt

Apple-Chef Steve Jobs präsentierte gestern trotz Krankheit das neue iPad. Bei kaum einem anderen Unternehmen hängt der Aktienerfolg so sehr am Vorstandschef. Die Börse reagiert erfreut.
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FrankfurtDie eigentliche Überraschung war er selbst: Zur Freude von Fans und Börsenhändlern stellte Apple-Chef Steve Jobs trotz seiner krankheitsbedingten Auszeit gestern persönlich die neue Version des iPads vor. „Ich wollte das heute nicht verpassen“, sagte ein hagerer, aber energiegeladen wirkender Jobs bei der Vorstellung des Tablet-Computers in San Francisco. Während die Besucher im Saal stehend applaudierten, sprang die Apple-Aktien nach der Meldung über Jobs? Auftritt fast zwei Dollar nach oben. Zu diesem Zeitpunkt hatte Jobs noch gar nicht das neue Gerät vorgestellt. Apple-Titel schlossen in New York bei 352 Dollar 0,8 Prozent im Plus. Die Aktien von Motorola Mobility, Hersteller des konkurrierenden Xoom-Tablet-Computers, fielen dagegen 3,8 Prozent.

Jobs hatte Ende Januar wegen einer nicht näher beschriebenen Krankheit für unbestimmte Zeit das Tagesgeschäft abgetreten. Sein Auftritt sei daher eine positive Überraschung gewesen, sagte Channing Smith vom Capital Advisors Growth Fund. „Die Investoren wissen, dass seine Krankheit ziemlich ernst ist, aber es ist beruhigend zu wissen, dass er auch während seiner Auszeit wegen Krankheit mitmischt.“ Auch das neue Produkt sehe gut aus und zeige, dass Apple weiter Innovationen liefere. „Das ist es, was wir eigentlich sehen wollen, statt uns Steve Jobs anzuschauen.“

Die Vorstellung des neuen iPad war allgemein erwartet worden. Das von Apple als dünner, leichter und schneller beworbene Gerät hat zwei Kameras, soll zweimal so flink sein wie sein Vorgänger und ist flacher als das iPhone 4. Daniel Ernst von Hudson Square sprach von einer „eher evolutionären als revolutionären“ Entwicklung. Neue Funktionen wie die Kameras entsprächen dem, was von Kunden verlangt worden sei. „Unter dem Strich: Die Konkurrenz liegt weit zurück.“ Apple bringt mit dem überarbeiteten iPad sein zweites Modell auf den Markt, während Konkurrenten wie Motorola oder Research in Motion noch am ersten Gerät basteln. Von der ersten Generation verkaufte der Hersteller von Mac-Computern, iPod-Musikgeräten und iPhone-Handys seit April 15 Millionen Stück – drei oder vier Mal so viel wie erwartet. Allein dieses Produkt hat neun Milliarden Dollar zum Jahresumsatz beigetragen.

An der Börse atmet der Aktienkurs von Apple mit dem Gesundheitszustand von Steve Jobs. Bei kaum einem anderen Konzern sind die Investoren derart stark auf den Vorstandschef fixiert. Der Erfolg des Computerherstellers ist untrennbar verbunden mit seiner Person verbunden. Ob iPod, Macbook oder iPhone – was der Apple-Chef auch anpackte wurde zu Gold. Und Geld: Seit der Rückkehr des verlorenen Sohnes ist die Aktie des Unternehmens um fast 3000 Prozent in die Höhe geschossen. Kein Wunder, dass die Anleger sensibel auf Neuigkeiten zum Gesundheitszustand des Kaliforniers reagieren, der 2004 an einer seltenen Form von Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt war und sich vier Jahre später einer Lebertransplantation unterziehen musste. Als Jobs vor kurzem bekanntgab, erneut eine Auszeit nehmen zu müssen, reagierten die Aktionäre besorgt - und stießen ihren Anteile massenhaft ab. Das Papier verlor auf einen Schlag 20 Euro an Wert.

An der Börse jagt die Apple -Aktie von einem Hoch zum anderen. Mit über 319 Mrd. Dollar Börsenwert ist Apple mittlerweile der zweitteuerste Konzern der Welt. Lediglich der Ölkonzern Exxon Mobil bringt mit 392 Mrd. Dollar Marktkapitalisierung noch mehr Gewicht auf die Waage. Trotz des Erfolgs sehen Analysten noch deutliches Steigerungspotenzial. Im Schnitt sehen die Experten den Kurs bei 428,60 Dollar. 51 Analysten empfehlen die Aktie nach Bloomberg-Daten derzeit zum Kauf, vier sagen „halten“, niemand würde sie verkaufen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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