Apple
Neues iPhone enttäuscht, Aktie fällt

Apples neues iPhone sollte günstiger sein, kostet mit Vertrag allerdings noch immer 549 Dollar. Experten meinen, der Konzern werde zum teuren Nischenanbieter. Die Aktie verliert deutlich.
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FrankfurtApple schafft es nicht mehr wie früher, mit Erfindungen und Produkt-Neuheiten zu begeistern. Der Technologie-Konzern stellte am Dienstag zwar neue Versionen und Funktionen seines Kassenschlagers iPhone vor. Aus Enttäuschung über die neue abgespeckte iPhone-Variante sind Anleger am Mittwoch bei Apple ausgestiegen. Die Aktien verloren in New York fünf Prozent auf 471 Dollar.

Der relativ hohe Preis für das iPhone 5C von 549 Dollar ohne Vertrag erhalte zwar Apples Gewinnmargen, verhindere aber den Ausbau von Marktanteilen in den Schwellenländern, betonte JP-Morgan-Analyst Mark Moskowitz. Ähnlich urteilte sein Kollege Toni Sacconaghi von Bernstein Research. "Apple riskiert weiterhin, ähnlich wie im PC-Geschäft zu einem Nischenanbieter im Hochpreissegment degradiert zu werden." Das sei schade, schließlich sei das Unternehmen ein Smartphone-Pionier.

Die Enttäuschung über das iPhone 5C, das bei Abschluss eines Handy-Vertrages mit zwei Jahren Laufzeit zu einem Preis von 99 Dollar verkauft werden soll, setzte auch zahlreichen Apple-Zulieferern zu. So brachen die Aktien des Chip-Designers Dialog Semiconductor um bis zu 6,9 Prozent ein. Dem Trend entziehen konnte sich Dialog-Konkurrent ARM, dessen Chips im neuen Apple-Flaggschiff iPhone 5S zum Einsatz kommen. ARM-Titel stiegen an der Londoner Börse um bis zu 6,1 Prozent auf ein Dreieinhalb-Monats-Hoch von 998 Pence.

"Seit Steve Jobs tot ist, verwaltet Apple sein Erbe", kritisierte der Kapitalmarkt-Experte Oliver Roth von Close Brothers Seydler. "Der Mythos ist erst einmal passé." Insgesamt fehlt dem Unternehmen aus der Nähe von San Francisco nach dem Tod des legendären Firmengründers die Fähigkeit, ganze Märkte mit neuen Produkten umzuwälzen. So hat das iPhone zum Beispiel seit 2007 das Handy-Geschäft komplett auf den Kopf gestellt und den einstigen Marktführer Nokia bedeutungslos gemacht. Mit dem Tablet-PC iPad wurde der Computer-Markt aufgemischt - zulasten von Dell und Hewlett-Packard. Der iPod wirbelte zuvor schon die Musikbranche durcheinander.

Apple verkaufte zuletzt zwischen April und Juni zwar 31,2 Millionen iPhones und damit so viele wie nie zuvor. Es bleibt aber immer weniger Geld als Profit hängen, weil der koreanische Erzrivale Samsung Apple im Smartphone-Markt abgehängt hat und zudem Billig-Anbieter aus Asien immer stärker werden. Dementsprechend fiel der Quartalsgewinn zuletzt um rund ein Fünftel auf - allerdings immer noch stattliche - 8,8 Milliarden Dollar. Haupt-Baustelle ist die Region China, Taiwan, Hongkong und Singapur, in der der Umsatz um 43 Prozent einbrach. Hier verliert Apple zudem Marktanteile.

Jobs-Nachfolger Tim Cook zielt mit den Produkt-Neuheiten deswegen vor allem auf China und Indien, wo sich viele Menschen die teuren iPhones bisher nicht leisten können. Das neue 5C soll in den USA bereits für 99 Dollar zu haben sein, allerdings nur mit einem Zweijahresvertrag. Ohne diese Bindung beträgt der Preis immer noch 549 Dollar. In China ist es sogar noch teurer. Trotz der neuen Plastikhülle müssen Käufer in Deutschland mindestens 600 Euro auf den Tisch legen.

"Das iPhone 5C ist zwar Apples erster Schritt weg vom Hochpreis-Markt, allerdings nur ein kleiner", sagte JPMorgan-Analyst Mark Moskowitz. Der Konzern gebe einer hohen Gewinnmarge den Vorrang. Marktanteile in Schwellenländern könnten damit aber nicht gewonnen werden. Denn im Ausland kaum bekannte chinesische Firmen wie Xiaomi und Yulong verlangen für ihre Smartphones wesentlich weniger und haben sich damit zusammen mit Lenovo oder ZTE in der Volksrepublik einen Großteil des Marktes gesichert. "Apple riskiert weiterhin, ähnlich wie im PC-Geschäft zu einem Nischen-Anbieter im Hochpreis-Segment degradiert zu werden", warnte Analyst Toni Sacconaghi von Bernstein Research.

Zu der erwarteten Vertriebskooperation mit China Mobile schwieg Apple zunächst. Wegen unterschiedlicher Technik-Standards erreichen die Amerikaner nur in etwa die Hälfte des dortigen Marktes. Durch eine Zusammenarbeit könnte Apple seine Erlöse in der Region rasch erhöhen. Allerdings befürchten manche Experten, dass sich Apple mit günstigeren Modellen selbst schadet, weil dann eigene Kunden aus dem Hochpreis-Segment abwandern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es ist immer wieder interessant heraus zu finden, wer so alles ein Analyst ist.

  • @ Observer

    keines der genannten Unternehmen war zu seiner Zeit der absolute Marktführer. Sicherlich hat Apple durch Samsung einen starken Wettbewerber ..aber zum Glück keinen mit innovativen Produkten ..(größere Kamera, schnellerer Prozessor etc. gilt hier nicht, das ist typische Produktevolution). Ich persönlich finde einen 64Bit-Proz. und "bezahlen per Fingerabdruck" schon ganz spannend (Ok..die NSA hat meine Fingerabdrücke bestimmt schon aus dem Personalausweis). Deutsche Autos können auch nichts (viel) besser als japanische und koreanische. Deutsche Autos sind teuer!..aber innovativ, ein Statussymbol (besonders in Asien) und somit irgendwie cooler... Ich glaube somit nicht das Apple totgesagt werden kann.. aber die extreme Goldgräberstimmung ist sicherlich vorbei..

  • Die ewigen Apple Totschreier gibt es schon seit vielen Jahren & bislang ist Apple von Jahr zu Jahr erfolgreicher den je gewesen ;)

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