Apple-Spekulationen
Walisische Chip-Firma im Höhenflug

Börsianer glauben einen weiteren Apple-Zulieferer entdeckt zu haben: den walisischen Wafer-Hersteller IQE. Die Aktien des Unternehmens gehen durch die Decke – und das ist erst der Anfang, sagen Analysten.
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CardiffAnleger haben auf der Suche nach dem nächsten bislang unentdeckten Apple-Zulieferer die Aktien des Unternehmens IQE in diesem Jahr bereits um mehr als 300 Prozent steigen lassen. Damit weisen die Titel nicht nur die seit Jahresanfang zweitbeste Wertentwicklung im FTSE-AIM-100-Index auf, sondern haben auch alle Aktien im Philadelphia-Semiconductor-Index hinter sich gelassen, darunter High-flyer wie Nvidia Corp. und Micron Technology. Obwohl der Aktienkurs von vielen Apple-Zulieferern nach einer Rally wieder abgestürzt ist, gehen einige Analysten davon aus, dass die Kursanstieg von IQE gerade erst begonnen hat.

Der Hauptgrund für diese Ansicht klingt vertraut: Spekulationen, dass IQE genau die Wafer verkauft, die der Technologiegigant aus Cupertino für sein neues iPhone benötigt, das in dieser Woche wohl vorgestellt werden wird. Das neue Produkte soll Sensoren zur Gesichtserkennung verwenden, um das Gerät zu entsperren.

„Unsere These ist, dass da draußen in der Vorstadt von Cardiff das nächste britische Large-cap Technologieunternehmen auf dem Sprung ist“, schrieb Stifel-Analyst Lee Simpson unlängst, als er die Aktien des Unternehmens mit einer Marktkapitalisierung von derzeit etwas mehr als einer Milliarde Pfund Sterling in seiner Ersteinstufung zum Kauf empfahl. Trotz der Kursrally seit Jahresanfang rechnet er noch mit höheren Notierungen, da dem Markt das volle Ausmaß der künftigen Wachstumschancen bislang noch nicht klar sei.

IQE stellt Wafer her, die für Vertical Cavity Surface Emitting Laser (VCSEL) benötigt werden, auf denen 3D-Sensoren basieren, die Gerüchten zufolge im neuen iPhone verbaut sein sollen.

Obwohl die Verbindung zwischen IQE und Apple über mehrere andere Unternehmen entlang der Lieferkette verläuft, rechnet Stifel-Analyst Simpson damit, dass sich der Umsatz, den IQE im 3D-Sensor-Geschäft mit Apple macht, bis zum Jahr 2019 auf 38 Millionen Pfund von geschätzten zwei Millionen Pfund im vergangenen Jahr erhöhen wird. IQE erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von insgesamt 133 Millionen Pfund.

Der CEO von IQE, Andrew Nelson, wollte sich nicht direkt dazu äußern, ob sein Unternehmen zu den Zulieferern von Apple gehört. Allerdings sagte er während eines Interviews, dass IQE bei VCSEL-Wafern einen Marktanteil von etwa 80 Prozent habe und so ziemlich alle wichtigen Akteure versorge.

Die VCSEL sind Teil der Photonics-Sparte von IQE, die im vergangenen Jahr gerade einmal 17 Prozent zum Umsatz des Unternehmens beitrug. Allerdings dürfte das Geschäft an Bedeutung gewinnen, da andere Hersteller von Mobilfunkendgeräten dem Beispiel von Apple wohl folgen werden. Dem jüngsten Halbjahresbericht zufolge ist der Umsatz in der Photonics-Sparte gegenüber dem Vorjahr um gut 48 Prozent gestiegen, während das größere Wireless-Geschäft nur um etwas mehr als neun Prozent zulegte. Laut Nelson kann VCSEL-Technologie auch in anderen Bereichen eingesetzt werden, von autonomen Fahrzeugen bis zur Haarentfernung.

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