Asiatischer Markt sorgt für Aufschwung
Prada strebt ab 2008 an die Börse

Das italienische Modehaus Prada will an die Börse. Ein Sprecher des Mailänder Unternehmens bestätigte einen entsprechenden Bericht der Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“.

MAILAND. „Mit dem Jahr 2008 öffnet sich das Dossier Börsengang“, zitiert die Zeitung den Vorstandsvorsitzenden Patrizio Bertelli. Damit holt Bertelli, Ehemann des kreativen Kopfes Miuccia Prada, einen Plan wieder hervor, den er zuvor bereits mehrmals auf Eis gelegt hat. Der Börsenwert wird auf mindestens zwei Mrd. Euro geschätzt.

„Ich bin sicher, dass es diesmal wirklich dazu kommt“, sagt der Luxusgüteranalyst der Investmentbank Caboto, Gianluca Pacini. Mit dem Börsengang könnte das Unternehmen auch seinen hohen Schuldenberg abbauen, der auf rund eine Mrd. Euro geschätzt wird. Die Schulden hat Prada vor allem mit seiner aggressiven Expansionspolitik um die Jahrtausendwende angehäuft. Das Traditionsunternehmen, das vor fast 100 Jahren als Taschen- und Kofferhersteller begonnen hat, war vor allem in den 90er-Jahren rasant expandiert und hat heute 250 Läden in 65 Ländern. Doch mit seinen Zukäufen – vor allem mit Jil Sander und Helmut Lang – hat sich das Unternehmen überhoben und ein klares Verlustgeschäft gemacht.

Erst im Frühjahr dieses Jahres hat sich Prada von seinem Abenteuer in Deutschland verabschiedet und das Label Jil Sander an einen Finanzinvestor verkauft. Auch das Label Helmut Lang gab Prada wenig später wieder ab, um sich stärker auf die eigenen Kernmarken zu konzentrieren. Dazu gehören außer Prada, Miu Miu und Azzedine Alaia auch die Schuhmarken Car Shoes und Church's. Church’s gehört bisher nur zu 45 Prozent Prada. Die restlichen 55 Prozent will das Unternehmen jedoch in den kommenden Wochen vom Private-Equity-Investor Equinox zurückkaufen. Auch das wird von Beobachtern als Zeichen gewertet, dass es dem Unternehmen diesmal ernst ist mit dem Börsengang.

Wie andere italienische Luxusschneider profitiert auch Prada von der hohen Nachfrage auf den neuen Märkten in Asien und Russland. Nach einer längeren Krise geht es daher für Italiens Mode seit einigen Jahren wieder bergauf. „Das Umfeld für Luxusmarken ist derzeit sehr gut“, sagt Caboto-Analyst Pacini. „Die italienische Luxusgüterindustrie hat in diesem Jahr Umsatz und Gewinn um durchschnittlich 15 bis 20 Prozent gesteigert, und die Aktienkurse sind zehn Prozent besser gelaufen als der Markt“, sagt er.

Die Aktienkurse von Mariella Burani und von Valentino etwa haben seit Jahresbeginn rund 50 Prozent zugelegt. Von dem positiven Börsenumfeld will auch der Konkurrent Salvatore Ferragamo profitieren. Wie dessen Vorstandsvorsitzender Michele Norsa Anfang November erklärte, plant das Unternehmen seinen Börsengang für 2007.

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