Attraktives Chance-Risiko-Verhältnis
Staples überzeugt Analysten

Der größte US-Büroartikelhändler Staples steigt aktuell in der Gunst der Analysten: Zehn von 17 Experten raten zum Kauf der Aktie, sieben zum „halten“, ermittelt Thomson First Call.

HOUSTON. „Ein ausgesprochen attraktives Verhältnis von Chance und Risiko – eine der besten Aktien der Branche“, lobt Analyst Bradley Thomas von Lehman Brothers. Nach guten Quartalszahlen erreichte die Aktie vor einigen Wochen ein Allzeithoch bei gut 25 Dollar und liegt auch jetzt nur knapp darunter. „Staples hat ganz offensichtlich die Erfolgsformel für den Großkundenbereich gefunden und saugt damit der Konkurrenz die Marktanteile weg“, sagt Matthew Fassler von Goldman Sachs. Die beiden US-Hauptkonkurrenten Office Depot und Office Max lieferten zuletzt deutlich schwächere Ergebnisse als Staples.

Auch in Europa gewinnt der Großhändler mit dem Tacker im Logo zunehmend an Boden. „Vor allem in Deutschland und den Niederlanden setzt sich Staples hervorragend durch“, sagt Bradley Thomas. Während in den USA ein großer Teil des Umsatzes aus dem Direktverkauf in den Filialen stammt, bestellen die europäischen Kunden viel aus den Staples-Katalogen. „Dadurch sollte das Unternehmen in Europa größere operative Margen erzielen können als in den USA“, sagt Brian Postol von AG Edwards. Die Betriebskosten für Warenlager seien schließlich oft niedriger als die für reguläre Geschäfte. Postol schätzt, dass die Renditen für das Unternehmen aus Massachusetts in Europa im zweistelligen Bereich liegen sollten.

Überhaupt gilt das internationale Geschäft vielen Analysten als Kronjuwel in Staples’ Portfolio. Nach Angaben von Geschäftsführer Ron Sargent sollen die Umsätze etwa in China in den nächsten fünf Jahren um eine Mrd. Dollar wachsen, auch Übernahmen schließt Sargent nicht aus. In der Heimat setzt Staples ebenfalls auf eine aggressive Expansionspolitik: Im vergangenen Jahr entstanden 100 neue US-Filialen. Ein Ende des Höhenflugs bei Staples ist noch nicht in Sicht, sagt Brian Postol: „In den nächsten drei bis fünf Jahren wird der Gewinn um mindestens 15 Prozent jährlich wachsen – und daran werden alle Geschäftsbereiche gleichermaßen beteiligt sein.“ Davon sollte auch der Aktienkurs profitieren: Die Analysten sehen für die kommenden zwölf Monate ein Aufwärtspotenzial von bis zu 20 Prozent.

Mittelfristig negativ könnte sich allerdings die Verzögerung von Microsofts neuem Betriebssystem Vista auswirken. Der Nachfolger von Windows XP sollte ursprünglich in der zweiten Jahreshälfte 2006 auf den Markt kommen, nun hat Microsoft den Termin auf das erste Halbjahr 2007 verschob. Nach Ansicht von Analysten könnte dies das Weihnachtsgeschäft für die Büroartikelhändler beeinträchtigen – wenn auch weniger stark als bei Elektronikgroßmärkten, die eher auf die Umsätze zum Jahresende angewiesen seien.

Allerdings: „Wenn Microsoft das Produkt im Januar veröffentlicht, wäre das immer noch rechtzeitig für die mittleren bis kleinen Betriebe, die am Anfang des Jahres ihr neues Budget bekommen und damit Staples und dem Rest der Büroartikelbranche einen Großteil des Umsatzes bescheren“, sagt Gary Balter von CSFB. Außerdem könnte die Verzögerung sogar positive Aspekte haben. Die Verkäufer müssten ihren Kunden das neue System nun nicht mitten im Weihnachtsgeschäft erläutern, sondern könnten sich im Januar mehr Zeit bei der Vorführung lassen und so womöglich mehr Exemplare verkaufen.

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