Auch kritische Stimmen
Strategen: Dax überspringt 4 000 Punkte

Die Auszeit an der Börse währte nur kurz. Nach zwei schwachen Tagen zum Wochenbeginn stieg der Deutsche Aktienindex (Dax) gestern zeitweise wieder über die Marke von 3 800 Punkten – den höchsten Stand seit September 2002. Zwar fiel der Index im Handelsverlauf wieder unter das bisherige Jahreshoch bei 3 782 Punkten, nach Ansicht von Bankstrategen wird der Dax aber schon bald auf neue Höchststände steigen.

DÜSSELDORF. „Alle Modelle zeigen, dass deutsche Aktien nach wie vor unterbewertet sind“, sagt Rolf Elgeti, Aktienstratege bei Commerzbank Securities. „Konservativ gerechnet hat der Dax auf Sicht von zwölf Monaten Raum bis auf 4 400 Punkte.“ Bei der Bewertung von Aktien verlässt sich Elgeti unter anderem auf eine abgeänderte Variante des so genannten Fed-Modells, das die Renditechancen von Aktien und Anleihen vergleicht. Auch die Deutsche Bank vertraut auf dieses Modell und kommt in einer Studie zu dem Schluss, dass „deutsche Aktien weiterhin substanziell unterbewertet sind“. Solange Deflationsängste am Markt kein Thema seien, liege der faire Wert für den Dax oberhalb von 4 000 Punkten.

Gegen das Fed-Modell wenden Kritiker allerdings ein, dass dessen Aussagekraft in Phasen niedriger Kapitalmarktzinsen gering sei. Bei Bondrenditen von 4,5 %, die zehnjährige Staatsanleihen in den USA und Deutschland zurzeit bieten, gelten Aktien dem Modell nach auch bei Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGV) von über 20 als günstig. In Japan, wo die Renditen noch deutlich geringer sind, wären demnach selbst KGVs von über 50 akzeptabel.

„Trotz einiger theoretischer Schwächen liefert das Fed-Modell zuverlässige Aussagen über die relative Bewertung von Aktien und Anleihen“, halten die Strategen der Deutschen Bank dagegen. Und auch Rolf Elgeti lässt Zweifel an der Aussage, dass Aktien im Vergleich zu Anleihen günstig bewertet sind, nicht gelten: „Andere Bewertungsrelationen wie das Verhältnis der Aktien-Dividendenrenditen zu Anleihenrenditen unterstreichen diese Aussage.“

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